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90. Geburtstag von Buzz Aldrin : Der Mond war der Gipfel seiner Welt

Der zweite Mann auf dem Mond: Astronaut Buzz Aldrin im Jahr 1969 bei seinem Spaziergang auf der Mondoberfläche. Bild: dpa

Buzz Aldrin hatte als Astronaut das größte Abenteuer der Menschheit zu bestehen. Sein Leben danach war bestimmt von Verpflichtungen, Höhenflügen und Krisen. An diesem Montag wird er 90 Jahre alt.

          3 Min.

          Seit vergangenem Jahr kennen wieder alle die Heldengeschichte der ersten Mondlandung vor 50 Jahren, das größte Abenteuer der Menschheit. Drei Männer, zum Zeitpunkt der Mission 38 und 39 Jahre alt, denen das schier Unvorstellbare glückte, die den Wettlauf zum Mond zugunsten der Vereinigten Staaten entschieden. „Großartige Trostlosigkeit“ fanden sie dort in einer völlig fremdartigen Umgebung, zwischen schroffen Kratern und Mondgestein – so beschrieb es Edwin „Buzz“ Aldrin, der nach Neil Armstrong als zweiter Mann die Mondlandefähre verließ. Zu diesem Zeitpunkt ahnte Aldrin nicht, dass diese Landschaftsbeschreibung einmal über den Mond weit hinausreichen und zur Charakterisierung seines eigenen Lebens würde, so treffend, dass 2009 seine zweite Autobiographie diesen Titel trug.

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Öffentlichkeit lechzte schon damals nach Helden. Und die amerikanische Raumfahrtbehörde (Nasa) konnte das Bedürfnis befriedigen. Ihre Heldengeschichte fand 1969 mit der bejubelten Wiederankunft von Michael Collins, Buzz Aldrin und Neil Armstrong ein strahlendes Ende. Dass die wahren Herausforderungen den Astronauten aber erst noch bevorstehen würden, konnte man da leicht übersehen. Es ist eine Ironie der Mondexpeditionen, die einiges darüber lehrt, wie komplex die Wechselwirkung von äußeren Anforderungen und menschlicher Psyche sein kann und wie unweigerlich der Figur des Helden sein Alter Ego, der Scheiternde, stets schon im Nacken sitzt.

          Die Schattenseiten des Heldentums

          Buzz Aldrin hat sein Ringen mit den irdischen Herausforderungen seines Heldenstatus in einer beinahe selbstzerstörerischen Intensität durchlebt. Seit früher Kindheit wollte er Pilot werden. Nach Abschluss der Militärakademie in West Point ging er zur Air Force, wo er in 66 Kampfjet-Einsätzen im Korea-Krieg mit dem Abschuss zweier feindlicher Flugzeuge zum ersten Mal zum Helden wurde. Mit seiner Frau verbrachte er danach drei Jahre in Bitburg und studierte dann Luft- und Raumfahrttechnik am Massachusetts Institute of Technology, wo er 1963 über das Rendevouz-Manöver im Orbit promovierte – ein Manöver, das er mit Apollo 11 später selbst beim Wiederandocken der Mondlandefähre an das Kommando- und Servicemodul im Schwerefeld des Mondes vornahm. Auf dem Weg in die Raumfahrt stand ihm im Weg, dass er nicht an der Testpilotenschule gewesen war. Erst 1963 wurde er von der Nasa als einer von 14 Astronauten der dritten Astronautengeneration akzeptiert – als erster mit Doktortitel.

          1966 flog er als Kopilot mit Kommandant Jim Lovell als Teil der Mission Gemini 12 ins All und stellte mit drei insgesamt fünfeinhalb Stunden dauernden Außenbordeinsätzen einen Rekord auf. Schon damals zeigte sich die schonungslose Kehrseite seiner Berühmtheit: Im Mai 1968 beging Aldrins depressive Mutter Marion, geborene Moon, Suizid, angeblich weil sie mit dem Ruhm des Sohns und der öffentlichen Aufmerksamkeit nicht umzugehen wusste und fürchtete, nach einer Mondlandung würde all dies noch schlimmer werden.

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