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Arktis-Expedition : Arved Fuchs: „Zwischen Wort und Tat liegt das Eis“

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Zurück aus dem Eis: Arved Fuchs Bild: dpa/dpaweb

Dreimal mußte er aufgeben, jetzt hat er es geschafft: Den Stürmen und dem Packeis zum Trotz ist es Arved Fuchs gelungen, die Nordwest- und die Nordostpassage der Arktis zu durchqueren.

          Mehr als zwei Jahre war die „Dagmar Aaen“ unterwegs, steckte zwischenzeitlich im Packeis fest, mußte Stürmen ausweichen, Eisfelder umschiffen. Nach 20.000 Seemeilen und erfolgreicher Durchquerung der arktischen Nordost- und Nordwestpassage, ohne die Unterstützung eines Eisbrechers, legte am Donnerstag der Haikutter mit der Crew um den Abenteurer Arved Fuchs im Hamburger Hafen an.

          Dort war die Expedition am 28. Mai 2002 in See gestochen. „Ich sehe mich nicht als Aussteiger“, antwortete Fuchs auf die Frage nach seiner Motivation, er freue sich immer wieder auf zuhause. Als erstes habe er sich traditionell „eine heiße Badewanne gegönnt“.

          Nordpol einmal ganz umrundet

          Als 101. Schiff im hundertsten Jahr nach der Expedition des norwegischen Polarforschers Roald Amundsen gelang es Arved Fuchs auf dieser Reise, den Nordpol einmal ganz zu umrunden. Bereits im Jahr 1993 hatte der Kapitän aus dem schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt, ebenfalls an Bord der „Dagmar Aaen“, die Nordwestpassage in Ost-West-Richtung durchfahren.

          Nach mehr als zwei Jahren wieder die deutschen Farben im Blick

          Von Hamburg aus waren die zwölf Expeditionsteilnehmer 2002 unter dem Motto „Zwischen dem Wort und der Tat liegt das Eis“ über Norwegen und den russischen Nordmeerhafen Murmansk bis zur „Karastraße“ gefahren, von Seefahrern auch das „Tor zu den Eisfeldern“ genannt. Zuvor hatte Fuchs die Fahrt wegen schlechter Wetterbedingungen bereits dreimal abbrechen müssen. Doch am 12. August 2002 passierte die „Dagmar Aaen“ endlich das Kap Tscheljuskin, den nördlichsten Punkt des asiatischen Festlands, und bezwang damit die Schlüsselstelle der Nordostpassage.

          „Das Eis liegt wie festbetoniert“

          Nach einer Überwinterung in Sitka, Alaska, ging 2003 die Fahrt weiter - zunächst entlang der Inselgruppe der Aleuten. Doch schon in der „Franklin Street“ wurde die Expedition gestoppt, das Schiff von Packeis eingeschlossen. Dank einem kräftigen Wind, der die Eisfelder schließlich auseinandertrieb, gelang der Mannschaft die Weiterfahrt bis Cambridge Bay. Doch der arktische Winter mit Temperaturen von mehr als minus 50 Grad dauerte ungewöhnlich lange, in sein Logbuch schrieb Fuchs: „Das Eis liegt wie festbetoniert.“

          Erst Ende August dieses Jahres konnten er und seine Crew, unter ihnen auch seine Frau Brigitte Ellerbrock, wieder die Segel hissen und den Rest der Strecke über Grönland, die Vestmannaeyar-Inseln vor Island, die Shetland-Inseln und Dänemark bewältigen.

          Kontakt zu den kanadischen Inuit

          Der 1953 geborene Arved Fuchs absolvierte zunächst eine Ausbildung bei der Handelsmarine, studierte ein paar Semester Schiffsbetriebstechnik und startete 1977 zu seiner ersten Expedition in der kanadischen Provinz Quebec: in traditionellen indianischen Kanus. Zwei Jahre später zog es Fuchs, dessen Berufswunsch schon als Kind „Polarforscher“ war, zum ersten Mal nach Grönland. 1988 kaufte er sich den alten Haikutter „Dagmar Aaen“, Baujahr 1931.

          Auf seiner jüngsten Fahrt empfand er den Kontakt zu den kanadischen Inuit, die ihn und seine Mannschaft mit Fisch und Rentier versorgten, als Höhepunkt: „Diese fremde Kultur kennenzulernen, war ein echtes Erlebnis“. Trotzdem habe er auch die heimische Kultur mit Kino- und Theaterbesuchen vermißt, sowie „den Geschmack eines frischen Apfels“. Zusammen mit der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) hatten die Teilnehmer während der Fahrt durch die Nordwestpassage in einem Internetforum mit Schülern über Fragen rund um das Thema Klimaveränderungen in der Arktis und die Folgen globaler Erwärmung für die Polregionen diskutiert.

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