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Antirassismustraining : Hat Jim Knopf mich traumatisiert?

Das süße Gift rassistischer Kindergeschichten? Scheinriese Turtur (hinten), Lukas und Jim Knopf lächeln es im Augsburger Puppentheatermuseum einfach weg. Bild: Picture-Alliance

Im Antirassismustraining lernt man, was es bedeutet, weiß zu sein – und wie rassistisch Kinderbücher sind. Das ist teils lehrreich, teils sehr seltsam.

          9 Min.

          Ich bin weiß, aber mir dessen nicht richtig bewusst. Zumindest mache ich mir keine Gedanken darüber. Man könnte sagen: Ich empfinde mich als „normal“. Das ist schon verdächtig in einer Zeit heftiger werdender Debatten um die Umbenennung von „Mohren“-Apotheken oder vermeintlichem Rassismus bei Pippi Langstrumpf. Deshalb besuche ich jetzt ein Antirassismustraining. Hier soll ich ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass meine Hautfarbe mit Privilegien einhergeht, die für andere Menschen Benachteiligung bedeuten. Und dass auch ich, die ich mich für weltoffen und tolerant halte, rassistisch sozialisiert wurde und rassistische Vorurteile übernommen habe. Ich bin gleichzeitig neugierig und skeptisch, was mich in dem pädagogischen Bildungsinstitut erwartet.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Das Setting: 20 weiße Teilnehmer, zwei schwarze Dozenten, zwei Tage in einem Seminarraum mit Linoleumboden und Neonröhren an der Decke.

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