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Ein Jahr nach Anschlag : Was wäre aus den Opfern von Hanau geworden?

  • -Aktualisiert am

Die Opfer: Said Nesar Hashemi, 21 (oben links); Hamza Kurtović, 22 (oben rechts); Ferhat Unvar, 22 (unten links); Fatih Saraçoğlu, 34 (unten rechts) Bild: Laura Serra

Vor einem Jahr erschoss ein rassistischer Attentäter in Hanau neun junge Menschen. Wo wären, was täten sie heute? Wir haben mit den Familien der Opfer gesprochen.

          15 Min.

          Bis zum 19. Februar 2020 habe seine Familie jedes Wochenende morgens, mittags und abends zusammen gegessen, sagt Niculescu Păun. Er, seine Frau Iulia Păun und der 22-jährige Sohn Vili Viorel, den sie nur Vili nennen. Egal, wie groß der Hunger ist, egal, ob es Streit gab, keiner isst allein, sagt Niculescu Păun immer wieder, und er sagt es so energisch, als sei es für ihn das Schändlichste auf der Welt, ein Familienmitglied einsam vor einen Teller zu setzen.

          Für die Păuns ist das Familienmahl am Wochenende heilig, auch weil sie sich unter der Woche nicht sehen. Dabei wohnen sie zu dritt in einer Zweizimmerwohnung. Der Vater und die Mutter stehen früh auf, sie arbeiten im Lager eines großen Supermarkts, er als Staplerfahrer, sie sortiert die Waren ein. Der Sohn steht spät auf, wenn die Eltern schon weg sind, und fährt zu seinem Job bei einem Paketdienst. Um 11 oder 12 fängt er erst an, und wenn er spät in der Nacht zurückkommt, schlafen die Eltern schon. Nur an den Wochenenden sitzen sie alle drei zusammen am Tisch und reden lange.

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