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Arrangierte Hochzeiten : „Trage Brille und sehe damit bekloppt aus“

  • -Aktualisiert am

Indhuja Pillai in ihrer Internet-Annonce Bild: dpa

Eine Inderin rebelliert gegen die Heiratsanzeige ihrer Eltern mit einer Annonce im Internet. Ihre Selbstbeschreibung wurde zum Hit.

          Noch immer sind in Indien arrangierte Hochzeiten der übliche Weg, die Kinder unter die Haube zu bringen. Jeden Tag erscheinen in Zeitungen und Internetportalen zahllose Annoncen, in denen Eltern ihre Töchter mitunter wie ein Sonderangebot im Schlussverkauf anpreisen.

          So haben das auch die Eltern der 23 Jahre alten Indhuja Pillai getan. Schnell wurden noch die Vorzüge der Tochter etwas übertrieben, schon war die Heiratsanzeige im Internet veröffentlicht. Als Indhuja Pillai die Anzeige entdeckte, reagierte sie ungewöhnlich: Sie löschte die Anzeige der Eltern kurzerhand und stellte eine eigene Internetseite zusammen, auf der Interessenten eine mehr der Wahrheit entsprechende Beschreibung von ihr finden konnten.

          So ist auf marry.indhuja.com unter anderem zu lesen: „Ich bin ein jungenhaftes Mädchen, trage eine Brille und sehe damit ziemlich bekloppt aus.“ Sie habe kurze Haare, die sie aber nicht lang wachsen lassen wolle. „Niemals.“

          Die Mitarbeiterin eines Start-ups in Bangalore hält zudem nichts von der indischen Vorstellung, dass zwei Familien heiraten, nicht zwei Menschen. Von ihrem Zukünftigen erwartet sie deshalb, nicht gerade der übliche „Familien-Typ“ zu sein. Zudem sollte er zumindest 30 Minuten lang ein Gespräch aufrechterhalten können.

          Pillais Internetseite wurde zum Hit und inzwischen mehr als 230.000 Mal aufgerufen. Etliche Inderinnen meldeten sich bei Pillai, die ihr Vorgehen bewundern und sie darin bestärken. „Ich bin 23 Jahre alt und würde es gern auch so machen, aber meine Eltern erlauben es nicht.“ Unter den Tausenden Zuschriften waren auch einige von männlichen Verehrern. Drei von ihnen sollen ihr sogar gefallen haben.

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