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Andrew Lancaster : Der etwas andere Tierpräparator

  • -Aktualisiert am

Eines von Lancasters berühmtesten Werken: Das Schwein mit Flügeln Bild: Andrew Lancaster

Der Neuseeländer Andrew Lancaster ist Tierpräparator aus Leidenschaft. Doch seine erschaffenen Kreaturen kommen so in der Natur nicht vor. Aus mehreren Tieren bastelt er Fabelwesen wie Hasenvögel und Schweine mit Flügeln. Seltsam aber doch beliebt.

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          Für Andrew Lancaster ist Phantasieren zu wenig, wenn es um Zentauren und Einhörner, um Löwen mit Drachenkopf oder um fabelhaft gruselige Kreaturen geht. Lancaster träumt nicht nur von solchen Wesen, er baut sie - aus toten Tieren. Im neuseeländischen Tauranga werkelt der 53 Jahre alte Neuseeländer, ein gebürtiger Brite, sich seine Kopfgeburten zusammen. Heraus kommen ungewöhnliche Kreaturen wie geflügelte Schweine, Fische mit Papageienkopf oder Enten mit Hasenleib.

          Die „taxidermy art“, die Kunst der Tierpräparation, ist für Andrew Lancaster mit den Jahren zum leidenschaftlich ausgeübten Hobby geworden. Wenn er von der Arbeit als Aufseher in einem Yachthafen nach Hause kommt, geht er in seine Werkstatt und bastelt. Sein Bruder, der noch heute in Großbritannien lebt, brachte Andrew schon früh bei, Tiere professionell zu präparieren. Doch erst als Lancaster vor gut 14 Jahren nach Neuseeland zog, wurde aus Gelegenheitsarbeiten allmählich mehr.

          „Ich töte keine Tiere für meine Arbeit“

          Vor zwei Jahren dann funkte es: „Beim Präparieren können oft nicht alle Teile der Tierkörper verwendet werden. Da kam ich auf die Idee, die überschüssigen Einzelteile zu mixen, und schon hatte ich verrückte Fabelwesen vor mir.“ Warum manche Körperteile nicht mehr verwendet werden können, wird klar, wenn man sich nach der Herkunft der Tiere erkundigt. Andrew Lancaster, der eigentlich ein großer Tierfreund ist, verwendet ausschließlich Tiere, die von Autos überfahren oder von Jägern erschossen wurden.

          Der Hase mutierte zum Haseneinhorn

          Das beruhigt auch die Tierschützer. „Ich töte natürlich keine Tiere für meine Arbeit. Ich mag es lieber, wenn ich sie lebendig in der freien Natur beobachten kann. Aber wenn sie bereits tot sind, kann man auch etwas Sinnvolles damit anstellen.“ Oft bringen ihm Bekannte auch einen Kadaver vorbei. Bis zur Verarbeitung werden die toten Tiere dann eingefroren und in einer speziellen Lauge konserviert.

          Ein wenig seltsam aber doch beliebt

          Seine Fabelwesen verkauft Andrew Lancaster über die Internetseite „Trade Me“, eine Art neuseeländisches Ebay. Viel Geld verdient er damit nicht, aber darauf kommt es ihm auch nicht an. „Ich mag es, diese Kreaturen herzustellen und die Reaktionen der Leute zu beobachten, wenn sie meine Exemplare zum ersten Mal sehen. Das reicht mir schon.“

          Auf seiner Facebook-Seite, auf der Lancaster die Kreationen präsentiert, finden sich fast nur positive Kommentare. Dort kann man auch gleich nachfragen, wenn man eins der Fabelwesen kaufen will. Kritik gibt es auch, aber Lancaster und seine Ehefrau Alyson finden das Hobby keinesfalls befremdlich: „Manche meiner Freunde glauben schon, dass ich ein bisschen seltsam bin, aber sie lassen mich machen. Die meisten aber mögen meine Arbeiten.“

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