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André Hellers neues Projekt : Mit Blick auf den Atlas

Ein Schlangenmensch stellt in „Afrika! Afrika!” eine Spinne dar Bild: dpa

Mit „Afrika! Afrika!“ hat André Heller großen Erfolg, nun plant er ein neues Afrika-Projekt. Er wolle sich selbst etwas Gutes tun. Und erfreut damit gleichzeitig Millionen Menschen. Doch wer auf eine neue Zirkusshow hofft, liegt falsch.

          3 Min.

          Gier nach einem neuen Triumph? Nein, André Heller hat „Afrika! Afrika!“ erfunden, um, wie er sagt, sich selbst etwas Gutes zu tun. Doch wie fast immer bei seinen Produktionen hat er damit gleichzeitig auch viele andere erfreut: 1,5 Millionen Besucher sind seit der Premiere im Dezember 2005 in Frankfurt in den eigens für die Zirkusshow errichteten Zeltpalast geströmt - und die meisten haben die Vorstellung gut gestimmt verlassen. Als die Show nach drei Monaten von Wien weiterzog, blieben an die 50.000 Kartenwünsche offen. Um die Nachfrage zu befriedigen, tourt seit Mai ein zweiter Zeltpalast durch die Lande mit einem fast identischen Programm.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eigentlich war es nie Hellers Art, zweimal in denselben Fluss zu steigen. Er hat immer ein Vorhaben begonnen, es abgeschlossen und danach mit einem neuen angefangen. Deshalb hat er etwas gelitten, als der „Afrika! Afrika!“-Produzent Matthias Hoffmann mit der Idee ankam, eine zweite Show auf Tournee zu schicken.

          Doch dann, so erzählt Heller, habe er an die vielen Jobs gedacht, die durch die Show entstanden sind, an die vielen afrikanischen Künstler, die mit ihrem Verdienst oft eine ganze Großfamilie zu Hause ernähren, an die 1,5 Millionen Euro, die dank „Afrika! Afrika!“ (von jeder verkauften Karte ein Euro für Afrika) bisher für Kulturprojekte auf dem Schwarzen Kontinent zur Verfügung gestellt werden konnten. Daher stimmte er einer zweiten Show zu und wird wohl auch seine Zustimmung nicht verweigern, wenn Produzent Hoffmann sich seinen Traum erfüllt und „Afrika! Afrika!“ nach Amerika und dort möglichst in ein festes Haus in Las Vegas verpflanzt. Vielleicht wird Heller zur Premiere hinfliegen. Aber eines steht für ihn schon jetzt fest: „Ich mache mich nicht zum Angestellten von ,Afrika! Afrika!'.“

          Der österreichische Künstler André Heller plant ein neues Afrika-Projekt in Marrakesch

          Expedition zu weißem Fleck auf der Landkarte

          Schließlich ist der Weltenforscher am liebsten auf der Suche. Heller sucht, bildlich gesprochen, auf der Landkarte weiße Flecken, und hat er einen gefunden, so rüstet er eine Expedition dorthin aus. Die nächste führt ihn wiederum nach Afrika, nach Marokko. Dort, 23 Kilometer außerhalb von Marrakesch, hat Heller am Fuße des Atlas-Gebirges vor kurzem ein 7,5 Hektar großes Grundstück gekauft, eine frühere Rosenfarm mit fruchtbarem Boden und guter Wasserversorgung. Darauf wird er einen „Paradiesgarten“ bauen.

          Noch einen? Hat er mit seinem „Giardino botanico“ hier in Gardone Riviera am Gardasee nicht schon sein Paradies gefunden? Denn nichts anderes hat Heller aus dem 13.000 Quadratmeter großen „Orto botanico“ des legendären Zahnarztes Arthur Hruska gemacht. Dieser hat einst mit großem Erfolg die Zahnwurzeln unter anderem von vier Päpsten, von Sigmund Freud und Winston Churchill behandelt. Churchill war es übrigens, der 1946 auf Bitte Hruskas veranlasste, dass der neben dem Grundstück verlaufende Bach zur Hälfte auf des Zahnarztes Grundstück umgeleitet werde. „Nicht einmal Berlusconi hätte das heute durchsetzen können“, sagt Heller und lacht. Solche und andere Geschichten erzählt er gern, wenn er Gäste durch sein Gartenreich führt.

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