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#MeToo an amerikanischen Unis : Wegsehen auf dem Campus

  • -Aktualisiert am

Selbst in Stanford: Eine Studentin protestiert bei ihrer Abschlussfeier gegen die Eliteuniversität, die Missbrauch deckte. Bild: AFP

Seit dem Skandal um den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein geraten auch immer mehr amerikanische Universitäten in den Strudel der #MeToo-Bewegung. Selbst die Elite-Colleges sind betroffen.

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          Auf den ersten Blick listet das Fakultätsverzeichnis der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) alles auf, was Studenten über Gabriel Piterberg wissen sollten. Der Professor wurde in Argentinien geboren, wuchs in Israel auf und promovierte an der Universität von Oxford mit einer Arbeit zur Geschichte des Osmanischen Reiches. An der UCLA forscht und lehrt Piterberg zu Kolonialismus, Zionismus, Israel und Palästina. Ein Foto zeigt den untersetzten, ergrauten Historiker im mexikanischen Coyoacán am Gedenkstein des ermordeten russischen Revolutionärs Leo Trotzki, den er offenbar bewundert. Was fehlt, ist ein Warnhinweis.

          Der 62 Jahre alte Professor soll jahrelang Studentinnen sexuell belästigt haben. Im Juni 2015 wurde der Campus am Sunset Boulevard erstmals durch die Causa Piterberg erschüttert. Damals reichten die Studentinnen Kristen Glasgow und Nefertiti Takla nach angeblichen Übergriffen des Professors vor einem Bundesgericht Zivilklagen gegen die Universität ein. Immer wieder soll er den Studentinnen von Masturbationsphantasien und sexuellen Eroberungen erzählt haben. Takla beschrieb zudem, wie Piterberg sie während eines Gesprächs über ihre Dissertation begrabschte, bevor er ihr seine Zunge in den Mund stieß.

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