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Amerikanische Studie : „In Hollywood spielen Frauen eine Nebenrolle“

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Meryl Streep hat sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die Bevorzugung männlicher Filmschaffender durch die kalifornische Filmindustrie ausgesprochen. Bild: Reuters

Seit Jahren kritisieren Schauspielerinnen den Herrenclub Hollywoods. Doch es ändert sich kaum etwas: Im Jahr 2016 etwa gingen nur 34 Hauptrollen der 100 beliebtesten Filme an Frauen.

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          Weibliche Filmschaffende spielen in Hollywood weiterhin nur eine Nebenrolle. Nach einer Studie der University of Southern California in Los Angeles treten Frauen vor und hinter der Kamera weit seltener in Erscheinung als männliche Filmschaffende. Bei der Untersuchung der 900 beliebtesten Kinoproduktionen der vergangenen zehn Jahre fiel der Medienwissenschaftlerin Stacy Smith und ihren Mitautorinnen auf, dass Mädchen und Frauen nur für etwa jede dritte Sprechrolle besetzt wurden. Im Jahr 2016 gingen nach Angaben der jetzt veröffentlichten Studie „Inequality in 900 Popular Films“ nur 34 Hauptrollen der 100 beliebtesten Filme an Frauen.

          Besonders rar seien Rollen für schwarze, asiatische und hispanischstämmige Schauspielerinnen sowie für homosexuelle Darsteller. Der Untersuchung zufolge traten in 90 der 100 meist gesehenen Kinoproduktionen der Jahres 2016 keine schwulen oder lesbischen Schauspieler auf. Fast die Hälfte der „Top 100“ zeigten keine schwarze Frau in einer Sprechrolle.

          „Wir erleben eine Epidemie intersektionaler Unsichtbarkeit“, sagte die Autorin Smith dem Fernsehsender CBS. Da wichtige Positionen in Hollywood weiterhin mit Männern besetzt seien, blieben die meisten Hauptrollen und Regieaufträge auch künftig männlichen Filmschaffenden vorbehalten.

          31 Frauen und 150 Männer nominiert

          Anfang 2015 hatte die Schauspielerin Patricia Arquette („Boyhood“) eine Debatte über Hollywoods Herrenclub losgetreten, als sie in ihrer Dankesrede bei der Oscar-Verleihung die Lohngleichheit für Frauen forderte. Auch Schauspielerinnen wie Meryl Streep und Jennifer Lopez sprachen sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die Bevorzugung männlicher Filmschaffender durch die kalifornische Filmindustrie aus.

          Bei der Oscar-Verleihung 2014 hatte die überwiegend männliche Filmakademie beispielsweise lediglich 31 Frauen für eine der goldenen Trophäen nominiert. Im selben Jahr durften sich dagegen mehr als 150 Männer Chancen auf einen Oscar ausrechnen.

          Aus Anlass des „Tags der Lohngleichheit für schwarze Frauen“ am Montag verlangte auch die Tennisspielerin Serena Williams die Gleichstellung von Frauen. „Sie sind einzigartig und verdienen die gleiche Bezahlung“, forderte die Fünfunddreißigjährige auf Instagram.

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