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Verschollene Pilotin : Knochen von Amelia Earhart identifiziert

Amelia Earhart im Cockpit ihres Flugzeugs 1932 Bild: dpa

Lange gab das Verschwinden von Amelia Earhart Rätsel auf. Ein amerikanischer Forensik-Wissenschaftler will es nun gelöst haben.

          Das Schicksal der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart gab für Jahrzehnte Rätsel auf. Earhart war die erste Pilotin, die den Atlantik überflog. Beim Versuch, als erste Frau auch die Welt zu umrunden, war sie am 2. Juli 1937 nach fast 40.000 Kilometern über dem Pazifik verschwunden. Lange wurde nach ihren Überresten gesucht. Nun will ein Wissenschaftler der amerikanischen Universität Tennessee das Rätsel ihres Verbleibs gelöst haben.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Grundlage für seine These lieferten Knochen, die auf Nikumaroro entdeckt wurden. Das Atoll liegt im Pazifik und gehört zum Inselstaat Kiribati, bis auf eine große Population von Palmendieb-Krebsen ist es unbewohnt. Aufgetaucht waren die Knochen bereits im Jahr 1940. Damals fand eine Gruppe Arbeiter für ein Siedlungsprogramm auf Nikumaroro einen menschlichen Schädel und bestattete ihn. Als der leitende Offizier des Siedlungsprogramms, Gerald Gallagher, vom Fund hörte, ordnete er an, die Gegend nach weiteren menschlichen Gebeinen abzusuchen. Man fand weitere Knochen. Darüber hinaus entdeckten die Arbeiter einen Frauenschuh, eine Sextantenbox sowie eine Flasche des französischen Kräuterlikörs „Benedictine“.

          Mit 99 prozentiger Sicherheit

          Die Knochen wurden bereits im Jahr 1941 untersucht. Der Leiter der Central Medical School in Fiji, D.W. Hoodless, tat jedoch den Verdacht ab, es könne sich um Earharts Knochen handeln und identifizierte die Überreste als männlich. Heute sind die Knochen verschwunden, was blieb waren die genauen Maßangaben des Mediziners. Auf deren Grundlage nahm sich der forensische Anthropologe Richard L. Jantz der Universität Tennessee in Knoxville noch einmal des Falls an. Er spürte alte Dokumente auf, die etwas über die Maße der Pilotin aussagen konnten. So sammelte er Daten von Führer- und Pilotenschein, nutzte Fotografien und berücksichtigte Maße, die von historischen Kleidern aus dem Nachlass der Pilotin stammten.

          Jantz widerlegt Hoodless' Vermutung, dass es sich bei den Nikumaroro-Knochen um ein männliches Skelett handelte. Er kam zu dem klaren Ergebnis: „Sie (Amelia Earhart) war in der Gegend um die Nikumaroro-Insel, verschwand und es wurden menschliche Überreste gefunden, die vollständig konsistent mit ihr und inkonsistent mit den meisten anderen Menschen sind.“ Unter Ausschluss aller anderen Thesen gibt Jantz an, mit 99 prozentiger Sicherheit handele es sich um Earharts Knochen.

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