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Depp-Heard-Prozess : Ein falsches Schauspiel

  • -Aktualisiert am

Das Urteil ist gefallen: Amber Heard wurde der Verleumdung schuldig gesprochen. Bild: AP

Der Metoo-Bewegung hat Amber Heard sicher keinen Dienst erwiesen. Immerhin hat der Prozess gezeigt: Falsche Vorwürfe und eine sensationsgeile Öffentlichkeit helfen ­niemandem weiter.

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          In diesem Prozess schienen die Rollen klar verteilt, und es traf sich allzu gut, dass die beiden Protagonisten Schauspielkünstler sind. Hier die kapriziöse Darstellerin, die zugleich unsicher und angriffslustig wirkte. Da der selbstsichere Typ, der sich um die Anwürfe gegen seine Person nicht schert, seine Anhänger mit Sieges­gesten bei Laune hält und seine Anwältin herzt, als wäre der Zivil­prozess eine romantische Komödie.

          Amber Heard gegen Johnny Depp – das war und ist und bleibt ein Konflikt, der zugeschnitten ist auf die unterhaltungssüchtige Digitalgesellschaft. Die beiden Darsteller füllten ihre Rollen so gut aus, dass das Publikum am Ende wie in der Stierkampfarena nur den Daumen nach oben recken oder nach unten senken musste. Die Zwischen­töne lieferte am Mittwoch das Gericht: dass nämlich Amber Heard in dem Prozess um gegenseitige Verleumdung zwar rund zehn Millionen ­Dollar zahlen muss, dass davon aber immerhin zwei Millionen Dollar ab­gezogen werden, die somit einen gewissen Teil der Schuld auch auf ihren ehemaligen Ehemann laden.

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