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Alpinismus : Leiche von Messners Bruder eindeutig identifiziert

  • Aktualisiert am

Günther Messner (undatiertes Foto) Bild: dpa

Nun hat Reinhold Messner Gewißheit: Bei der im August am Nanga Parbat entdeckten Leiche handelt es sich um die Überreste seines Bruders Günther. Die Umstände des Todes wurden dadurch jedoch nicht klarer.

          Bei der im August am Nanga Parbat entdeckten Gletscherleiche handelt es sich eindeutig um die sterblichen Überreste des 1970 abgestürzten Bruders von Reinhold Messner. Dies bestätigten Gerichtsmediziner am Freitag in Innsbruck nach einer DNA-Analyse von Gewebeproben des Toten.

          Die Umstände des Todes von Messners Bruder Günther bleiben damit allerdings weiter unklar. Messner hatte die Untersuchung in der Hoffnung veranlaßt, damit seine Version zu den Todesumständen seines seinerzeit 24 Jahre alten Bruders zu untermauern. Mit der Untersuchung wollte er sich seine „Ehre zurückholen, die man mir genommen hat“, hatte Messner schon am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse gesagt. Dem Extrem-Bergsteiger war von Bergkameraden vorgeworfen worden, er habe seinen Bruder zurückgelassen.

          Keine Hinweise auf die Todesumstände

          Einen bei der Leiche gefundenen Schuh hatte Messner als den seines Bruders identifiziert. „Der Schuh ist für mich ein eindeutiger Beweis. Aber nachdem immer noch Leute herumstänkern, habe ich diese DNA-Tests machen lassen.“ Er habe unter Lebensgefahr versucht, seinen Bruder heil vom Berg herunterzuholen, sagte Messner. Bis heute empfinde er „eine Art Phantomschmerz, daß er mir entrissen wurde.“

          Hat nun Gewißheit: Reinhold Messner

          Der heftige Streit um die Umstände des Todes von Messners Bruder wird durch die neuen Erkenntnisse kaum beendet sein. Die Untersuchungsergebnisse haben die Vorwürfe, Messner habe damals bei der Rückkehr von dem 8125 Meter hohen Nanga Parbat seinen geschwächten Bruder möglicherweise allein gelassen, weder bestätigt noch entkräftet. Messner erklärt, er sei gemeinsam mit seinem Bruder abgestiegen, der hinter ihm gegangen und wahrscheinlich von einer Eislawine erfaßt worden sei. Das beweise der Fundort der Leiche.

          Gerhard Baur, ehemaliges Expeditionsmitglied, meinte dagegen: „Mit dieser Untersuchung ist nichts aus der Welt. An der Ausgangslage ändert sich nichts“, sagte er am Freitag. „Keiner von uns wird jemals erfahren, was da auf dem Berg zwischen den Brüdern vorgegangen ist“.

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