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Kampf für LGBTQ-Rechte : Aktivistinnen stellen Salvini eine Fotofalle

  • Aktualisiert am

Matteo Salvini trat im März beim „Weltfamilienkongress“ auf, der die „natürliche“ Familie „verteidigen“ will. Bild: AP

Zwei junge Frauen halten wenig von Matteo Salvinis Einstellung zur Gleichberechtigung von Homosexuellen – und stellen sich bei einem seiner Auftritte spontan für ein besonderes Selfie mit dem italienischen Innenminister an.

          Der italienische Innenminister Matteo Salvini gilt nicht gerade als Verfechter von LGBTQ-Rechten – im Gegenteil: Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Lega Nord trat im März als Redner beim „Weltfamilienkongress“ in Verona auf, der sich unter anderem gegen die Gleichstellung von Homosexuellen positioniert und nach eigenen Angaben die „natürliche“ Familie aus Mutter, Vater und Kind „verteidigen“ möchte.

          Bei einer Demonstration vergangene Woche am Rande eines Auftritts Salvinis auf der Insel Sizilien ließen sich zwei junge Italienerinnen deshalb spontan eine kreative Protestaktion einfallen: Sie reihten sich in die Schlange der Fans ein, die für ein Foto mit dem Politiker anstanden. Als Salvini auf den Auslöser drückte, küssten sich die beiden Frauen.

          Das Foto luden sie im Anschluss auf Instagram hoch – „als Botschaft der Liebe und Toleranz gegen die Sprache und Einstellung des Hasses, die Politiker wie Salvini verbreiten“, wie die 19 Jahre alte Gaia Parisi dem Sender CNN erklärte. Auch ein einfacher Kuss könne eine politische Debatte eröffnen. Tatsächlich ging das Foto im Netz viral.

          Unmittelbar nach dem Kuss seien sie von Sicherheitspersonal getrennt worden, berichtete Parisi weiter. Salvini habe dem Paar Glück und „Söhne“ gewünscht. Der Politiker bemühte sich um eine gelassene Reaktion und teilte das Foto selbst auf seinem Instagram-Account – als Zusammenschnitt mit einem zweiten Bild, das seine überraschte Reaktion auf den Kuss zeigt. In der Bildunterschrift wünscht er den beiden alles Gute – doch wie gut er es tatsächlich meint, wird seine künftige Politik zeigen. 

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