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Trans- und Homophobie in Polen : Ein Schild gegen den Hass

  • -Aktualisiert am

Schild-Protest: Bart Staszewski kennzeichnet Orte in Polen, die sich einer homophoben Deklaration angeschlossen haben. Bild: Przemyslaw Stefaniak

Mehrere Gemeinden in Polen haben sich zusammengetan, um den Sexualunterricht der Schulen vor der „LGBT-Ideologie“ zu schützen. Ein polnischer Aktivist für die Rechte von Trans- und Homosexuellen hat den Kampf gegen sie aufgenommen.

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          Das gelbe Schild, das am Ortseingang eine „LGBT-freie Zone“ ankündigt, sieht aus wie ein normales Straßenschild. Es ist aber ein Protestschild, aufgestellt von Bart Staszewski, einem Aktivisten für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) in Polen. Er will damit auf die verbreitete Homophobie in Polen hinweisen. Denn, so meint er: „Es wird immer schlimmer.“

          Das Schild stellt Staszewski vor Gemeinden auf, die in einer Erklärung versprechen, Kinder und Familien vor der „LGBT-Ideologie“ zu schützen. Das Versprechen lautet: Kein Sexualkunde-Unterricht nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation und keine Political Correctness in Schulen und Behörden. Denn die sei früher „zu Recht einfach Homo-Propaganda genannt“ worden – so steht es in der ersten Deklaration, die in Swidnik, einer Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern im Osten Polens, im August 2019 unterzeichnet wurde. Nach und nach stimmten 35 weitere Gemeinden für die Deklaration. Danach wurde sie etwas abgeschwächt – und sammelte so noch mehr Unterschriften. Inzwischen gilt sie in mehr als 80 Gemeinden, Kreisen und Wojewodschaften und betrifft 30 Prozent aller in Polen lebenden Menschen.

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