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Kenia : „Älteste Grundschülerin der Welt“ stirbt mit fast 100 Jahren

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Kinder während des Unterrichts in einer Schule in Lodwar im Nordwesten Kenias (Symbolbild) Bild: AFP

Gemeinsam mit ihren Ur-Ur-Enkeln entschied sich Pricilla Sitienei zum ersten Mal eine Grundschule zu besuchen. Nun ist die Kenianerin im Alter von 99 Jahren verstorben.

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          Die „älteste Grundschülerin der Welt“, Pricilla Sitienei, ist am Freitag nach Angaben ihres Enkels Sammy Chepsiror in Kenia im Alter von 99 Jahren gestorben. Die genauen Gründe des Todes waren zunächst nicht bekannt. Vor sieben Jahren berichteten internationale Medien über die Kenianerin, die mit mehr als 90 Jahren gemeinsam mit ihren Ur-Ur-Enkeln zum ersten Mal eine Schule besuchte. Zuvor hatte Sitienei mehrere Jahrzehnte als Hebamme in ihrem Dorf Ndalat im Rift Valley gearbeitet. In ihrer Jugend konnte sich ihre Familie die Schulbildung nicht leisten.

          Sitieneis Geschichte wurde 2020 von dem französischen Regisseur Pascal Plisson im Film „Gogo“ festgehalten. Bei der Premiere 2021 traf sie Frankreichs First Lady Brigitte Macron. Zudem wurde sie von der UN-Bildungsorganisation Unesco geehrt. Gogo bedeutet in der im Nordwesten Kenias gesprochenen Sprache der Kalendjin „Großmutter“.

          Hinter Sitieneis ungewöhnlicher Schullaufbahn steckt ein ernstes Anliegen: Nach eigenen Angaben wollte die Kenianerin darauf hinweisen, dass noch immer nicht alle Kinder in Kenia die Möglichkeit hätten, in die Schule zu gehen. Außerdem wollte Sitienei besonders ältere Schüler dazu bewegen, regelmäßig in die Schule zu gehen. Einige ihrer Mitschüler der „Leaders Vision Preparatory School“ hatte sie selbst auf die Welt geholt.

          Erst seit einer Schulreform vor 19 Jahren gibt es in Kenia die Möglichkeit eines kostenfreien Schulbesuchs. Gerade in den ländlichen Gebieten fehlt es allerdings stellenweise an Geldern für ausreichende Bildung. In Subsahara-Afrika besuchen nach Angaben der UN 60 Prozent der Kinder zwischen 15 und 17 Jahren keine Schule.

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