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Sensationsfund in Ägypten : Die verlorene goldene Stadt

Eine Aufnahme des Funds bei Luxor in Ägypten: Die „verlorene goldene Stadt“ ist circa 3000 Jahre alt. Bild: AP

Ein Forscherteam des Archäologen Zahi Hawass hat eine bisher unbekannte antike Stadt entdeckt. Sie könnte Aufschluss über den Alltag der Menschen in einer der reichsten Perioden Ägyptens geben.

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          Archäologen unter der Leitung des früheren Chefs der ägyptischen Antikenbehörde, Zahi Hawass, sind bei Luxor auf eine bislang unbekannte antike Stadt gestoßen. Die bis zu drei Meter hohen Mauerkomplexe aus Lehmziegeln liegen am Westufer des Nils am Fuße der Berge, in denen sich die Pharaonengräber des Tals der Könige befinden. Entlang der Grenze zum Fruchtland hatten sich die Herrscher der 18. und 19.Dynastie in der späten Bronzezeit gewaltige Grabtempel erbauen lassen.

          Ulf von Rauchhaupt
          Redakteur im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auf der Suche nach dem Tempel des Tutanchamun habe Hawass im September 2020 Grabungen zwischen den Tempeln Ramses III. im Süden und Amenhotep III. im Norden begonnen und sei dabei auf Siedlungsreste gestoßen, sagte er der Nachrichtenwebsite „Ahram Online“ am Donnerstag. Nach bisherigen Erkenntnissen erstrecke sich die Stadt nach Westen bis nach Deir el-Medina, einer Siedlung, in der zu pharaonischer Zeit im Tal der Könige beschäftigte Arbeiter lebten.

          Der Name der neuentdeckten Siedlung ist nicht überliefert. Hawass nennt sie die „verlorene goldene Stadt“. Allerdings wurden bislang keine Goldfunde bekannt. Dafür stießen die Archäologen auf ein reiches Fundspektrum, das die Entdeckung zu einer der wichtigsten der vergangenen Jahrzehnte in Ägypten machen könnte. Neben Hauswänden und einer schlangenlinienförmigen Begrenzungsmauer fanden sich Alltagsgegenstände wie Werkzeuge, Formen für die Serienproduktion von Amuletten, Schlacke aus Glas- und Metallverarbeitung, Schmuckgegenstände sowie ein Krug mit einer hieratisch, also in einer Kursivform der Hieroglyphen abgefassten Aufschrift: „Jahr37, Fleischgericht für das dritte Sedfest aus der Schlachterei des Viehhofs des Kha, zubereitet vom Metzger Juwi“.

          Damit datiert der Krug in das vorletzte Regierungsjahr des Pharaos Amenhotep III. aus der 18. Dynastie, der etwa zwischen 1388 und 1351 vor Christus regierte. Damals erlebte Ägypten eine seiner Perioden größten Reichtums und größter Prachtentfaltung. Nachdem Amenhotep die Residenz von Memphis am Südzipfel des Nildeltas nach Theben, dem heutigen Luxor, verlegt hatte, ließ er sich nur 1,3 Kilometer südlich der nun entdeckten Stadt die Palastanlage von Malqata erbauen.

          Blick über die neu entdeckte, antike Siedlung mit ihren markanten, geschwungenen Mauern Bilderstrecke
          In Luxor : Blick in die goldene Stadt

          Offenbar erlebte die Siedlung in dieser Zeit ihre Blüte und wurde dann plötzlich verlassen, mutmaßlich als sich Amenhoteps Sohn und Nachfolger Echnaton in Amarna in Mittelägypten eine neue Hauptstadt namens Achet-Aton aus dem Boden stampfen ließ. Zuvor hatte sich Echnaton von der polytheistischen Götterwelt Ägyptens und besonders dem in Theben beheimateten Reichsgott Amun abgewandt. Unklar ist, ob die jetzt entdeckte Stadt zumindest teilweise wieder bewohnt war, nachdem unter Echnatons Nachfolger Tutanchamun der Polytheismus wiedereingeführt und Achet-Aton aufgegeben worden war.

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