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Abou-Chaker gegen Bushido : „Der da ist ein Hund, und das ist mein Hund“

Angeklagt: Arafat Abou-Chaker mit seinem Anwalt im Kriminalgericht Moabit Bild: EPA

Am Mittwoch soll Bushido vor dem Berliner Landgericht gegen Arafat Abou-Chaker aussagen. Bisher sieht es nicht danach aus, als könne das Gericht viel ausrichten. Ein Detail in den Ermittlungsakten zeigt, wie mächtig der Clanchef ist.

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          Arafat Abou-Chaker steht am Mittwochvormittag in einem Berliner Café und schlägt seinem Bruder Rommel auf die Schulter – fest, aber freundschaftlich. Er amüsiert sich über einen Bericht, der in der „Bild“-Zeitung erschienen ist: „Rommel Abou-Chaker fährt Mercedes von Werder-Star“. Dass sein Bruder offenbar im Leasing-Wagen eines Fußballprofis unterwegs war, hätte Arafat Abou-Chaker wahrscheinlich nicht interessiert. Aber lustig findet er, um welchen Verein es geht: Immerhin war seine Erzfeindin Anna-Maria Ferchichi mal mit einem Spieler von Werder Bremen verheiratet, bevor sie mit dem Rapper Bushido zusammenkam – und dann eine entscheidende Rolle bei dem Streit zwischen Abou-Chaker und Bushido spielte.

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Das Café, in dem die Brüder stehen, liegt gegenüber dem Kriminalgericht Moabit. Dort hat am Montag vor dem Landgericht der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder wegen verschiedener Vorwürfe zum Nachteil von Bushido angefangen. Während die Abou-Chakers nach dem frühen Ende des zweiten Verhandlungstags ihre Witze machen, wird Bushido wohl gerade von Personenschützern aus einem Hinterausgang des Gerichts gebracht. Vor Beginn der Verhandlung hatte der Rapper in einem streng bewachten, kargen Besprechungszimmer gewartet. Erst als die Angeklagten in den Saal spaziert waren, brachten bewaffnete, maskierte Personenschützer Bushido in den Hochsicherheitsverhandlungssaal.

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