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Streit um Geschlechtsidentität : Abermals Transphobie-Vorwürfe gegen J.K. Rowling

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Die britische Autorin J.K. Rowling legt mit „Der Ickabog“ ihr erstes Buch für junge Leser seit „Harry Potter“ vor. Bild: dpa

In einem Tweet spricht sich die Harry-Potter-Autorin dafür aus, das biologische Geschlecht nicht in Frage zu stellen. Nutzer werfen ihr daraufhin vor, transphob zu sein.

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          Die Harry Potter-Autorin J.K. Rowling wird nach einer Reihe von Tweets über das biologische Geschlecht abermals als transphob kritisiert. „Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, gibt es auch keine homosexuelle Zuneigung“, schrieb die Schriftstellerin am Samstagabend auf Twitter. „Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, löscht das die Realität von Frauen weltweit aus“. Rowling schrieb, sie kenne und respektiere Transmenschen. Stelle man aber das Konzept des biologischen Geschlechts infrage, führe dies dazu, dass viele nicht mehr „bedeutsam“ über das Leben von Männern und Frauen diskutieren könnte. Es sei kein Hass, die Wahrheit zu sagen, so Rowling.

          Transmenschen identifizieren sich meist mit dem anderen Geschlecht. Eine Transfrau ist etwa mit männlichen Geschlechtsorganen geboren, sieht sich aber dennoch als Frau. In der Forschung spricht man von einem Unterschied zwischen dem biologischen Geschlecht, erkennbar an den biologischen Geschlechtsorganen, und dem sozialen Geschlecht, welches durch Rollenerwartungen in der Gesellschaft konstruiert ist. Viele Feministinnen schließen sich dieser Unterscheidung an und betonen die Bedeutung des sozialen Geschlechts.

          „Frauenhass ist zeitlos“

          Kritiker warfen Rwoling daraufhin vor, sich mit transfeindlichem Feminismus zu solidarisieren und bezeichneten die Autorin als „TERF“, kurz für „Trans Exclusive Radical Feminists“. Rowling verurteilte diese und andere Bezeichnung in ihren Tweets vom Samstagabend. „Zeiten ändern sich. Frauenhass ist zeitlos“, warf sie ihren Kritikern vor. Sie „liebe“ Transmenschen und habe in den „vergangenen drei Jahren Bücher, Blogs und wissenschaftliche Artikel von Trans-Autoren“ gelesen. „Nur weil jemand anders denkt, sollte man nicht davon ausgehen, dass er sich nicht auskenne“, so Rowling.

          Mit ihren Statements löste Rowling eine Welle der Entrüstung aus. Die amerikanische Schauspielerin Mara Wilson antwortete Rowling mit den Worten„ Ich versichere dir, sie lieben dich nicht zurück“. Der britische TV-Journalist Scott Bryan schrieb: „Bitte sprich mit queeren Menschen. Bitte.“ „Queer“ bezeichnet all jene Menschen, die nicht der heteronormativen Geschlechtsnorm entsprechen. Andere Nutzerinnen und Nutzer stimmten Rowling dagegen in ihren Ansichten zu.

          Bereits im vergangenen Dezember hatte sich J.K. Rowling auf Twitter solidarisch mit der Wissenschaftlerin Maya Forstater gezeigt, die sich in sozialen Netzwerken wiederholt transphob geäußert hatte und der deshalb gekündigt wurde. Viele von Rowlings Fans, die oftmals zu der marginalisierten Gruppe gehören, die die Autorin in ihren Tweets verurteilt, hatten sich von ihren Äußerungen schwer betroffen gezeigt.

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