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Vor Corona : Sieben Jahre im Schatten

In Tibet: Peter Aufschnaiter mit einheimischen Würdenträgern, darunter sein enger Freund Dasang Damdul Tsarong (vorne, Zweiter von links) Bild: Völkerkundemuseum Zürich

Im April 1944 flohen Peter Aufschnaiter und Heinrich Harrer auf abenteuerliche Art nach Tibet. Daraus entstand der Weltbestseller „Sieben Jahre in Tibet“. Im Jahr 2019 erschien ihre Geschichte plötzlich in ganz neuem Licht.

          8 Min.

          Es war eines der größten Abenteuer des 20. Jahrhunderts. Im April 1944 flohen zwei deutsche Kriegsgefangene aus einem Lager in Indien und kämpften sich 20 Monate lang durch das Hochland Indiens und Tibets. 2000 Kilometer weit, über gut 50 Pässe, die meisten höher als 5000 Meter. Gezeichnet von Kälte und Hunger, erreichten sie im Januar 1946 Lhasa, die „verbotene Stadt“. Dort lernten sie eine faszinierend-fremde Kultur kennen, bauten sich ein neues Leben auf, wurden von verfolgten Flüchtlingen zu verdienten Regierungsbediensteten – bis sie Ende 1950 wieder fliehen mussten. Diesmal vor den anrückenden Chinesen.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Sieben Jahre in Tibet“ heißt das Buch über diese Geschichte, es wurde millionenfach verkauft und mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt. Es ist eine spannende, zuweilen unglaublich klingende Geschichte, die Heinrich Harrer erzählt, wuchtig, dramatisch, effektvoll. Es ist aber auch die Geschichte des Autors Harrer. Sein Fluchtgefährte läuft eher am Rande mit – obwohl dieser Gefährte, der Tiroler Peter Aufschnaiter, eigentlich der Kopf des Unternehmens war. „Harrer has certainly stolen your thunder“, schrieb ein englischer Freund an Aufschnaiter, als das Buch erschienen war: Harrer hat dir die Schau gestohlen. Dieses Vorpreschen Harrers hat Aufschnaiter tief verletzt. Bis zu seinem Tod 1973 hat er es nie ganz verwunden.

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