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43 Jahre unschuldig in Haft : Mehr als eine Million Dollar Spenden für Strickland

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Sichtbar glücklich: Kevin Strickland kurz nach seiner Freilassung. Bild: dpa

Er saß fast 43 Jahre lang unschuldig im Gefängnis. Trotzdem bekommt Kevin Strickland keine Entschädigung. Tausende Menschen spendeten für den 62-Jährigen – bis Freitag kamen so mehr als eine Million Dollar zusammen.

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          Der Fall des Afroamerikaners Kevin Strickland, der trotz der widerrufenen Aussage der einzigen Augenzeugin fast 43 Jahre unschuldig im Gefängnis verbrachte, hat in den Vereinigten Staaten nicht nur wegen der Fülle der Verfahrensfehler Debatten ausgelöst. Auch der Umstand, dass der Bundesstaat Missouri dem Zweiundsechzigjährigen nach der Freilassung am vergangenen Dienstag keine Entschädigung zahlte, empörte Tausende. Um Strickland bei den ersten Schritten in die Freiheit zu unterstützen, rief die Amerikanerin Tricia Rojo Bushnell, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Organisation Midwest Innocence Project, online zu Spenden auf. Bis Freitag kam durch die Kampagne bereits mehr als eine Million Dollar zusammen. 

          Bushnell und ihre Mitstreiter waren im Jahr 2009 auf den Fall aufmerksam geworden. Damals nahm die einzige Augenzeugin des Mordes an dreien ihrer Freunde im Jahr 1979 Kontakt zum Midwest Innocence Project auf, einer Organisation zur Aufklärung von Justizirrtümern. Sie berichtete, Strickland mit einem seiner Bekannten verwechselt zu haben. Auf Drängen der Staatsanwaltschaft des Bezirks Jackson wurde das Urteil am Dienstag schließlich aufgehoben. Da Entschädigungen in Missouri aber nur an Verurteilte gezahlt werden, deren Unschuld durch Erbgutanalysen bewiesen wird, war Strickland leer ausgegangen. 

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