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UN-Bericht : 2100 könnten 4,3 Milliarden Menschen in Afrika leben

Tausende Kongolesen drängen sich 2008 um ein Nahrungsverteilungspunkt in Kibati. Bild: dpa

Die Weltbevölkerung wird immer älter. 2050 soll jeder sechste Mensch über 65 Jahre alt sein – in Europa sogar jeder vierte. Für Afrika wird eine andere Entwicklung vorausgesagt.

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          Bis zum Jahr 2050 wird sich die Bevölkerung in Afrika von heute knapp 1,3 Milliarden Menschen auf rund 2,5 Milliarden fast verdoppeln. Bis 2100 könnten dann schon 4,3 Milliarden Menschen auf dem Kontinent leben. Das zeigen die neuesten Weltbevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen (UN). Demnach wächst die Bevölkerung in keinem anderen Kontinent so schnell wie in Afrika, wo die Fertilität weiterhin hoch ist und im Vergleich zu den anderen Kontinenten auch nur langsam sinkt. Frauen bekommen in Afrika durchschnittlich 4,4 Kinder, das ist wesentlich mehr als der Durchschnitt im Rest der Welt: Er liegt bei 2,5 Kindern. Insgesamt wird die Weltbevölkerung nach UN-Angaben von heute rund 7,7 Milliarden auf 9,7 Milliarden im Jahr 2050 und auf 10,9 Milliarden im Jahr 2100 steigen. Sie wächst also jährlich um 82 Millionen Menschen, so viele wie in Deutschland leben.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die globale Fertilitätsrate fiel von 3,2 Kindern pro Frau im Jahr 1990 auf 2,5 Kinder pro Frau im Jahr 2019. Laut Projektionen reduziert sie sich weiter auf 2,2 im Jahr 2050. Beinahe die Hälfte der Weltbevölkerung lebt schon heute in einem Land, wo die Fertilität bei weniger als 2,1 Kindern pro Frau liegt. Höher ist die Fertilität in Afrika südlich der Sahara (4,6), Ozeanien ohne Australien und Neuseeland (3,4), nördliches Afrika und westliches Asien (2,9) sowie Zentral- und Südasien (2,4). Die UN gehen davon aus, dass die Fertilitätsrate in Afrika bis 2100 ebenfalls auf 2,1 Kinder pro Frau sinkt. „Wegen der sehr jungen Altersstrukturen werden die Bevölkerungen in Afrika trotz der Senkung der Fertilitätsraten aber noch für einige Zeit wachsen“, heißt es in dem Bericht. Die Zahl potentieller Mütter in Afrika werde sich bis 2050 verdoppeln.

          Im kommenden Jahr werden fast zwei Milliarden Menschen auf der Welt leben, die jünger als 15 Jahre sind – rund ein Viertel davon in Afrika südlich der Sahara. „In 47 der am wenigsten entwickelten Länder wird die Zahl von Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren von heute 207 Millionen auf 336 Millionen im Jahr 2050 anwachsen.“ Insgesamt aber altere die Welt: Während heute rund jede zehnte Person älter als 65 Jahre ist, wird es 2050 jede sechste sein – in Europa, der Region mit der ältesten Bevölkerung, sogar jede vierte. Im selben Zeitraum wird sich nach UN-Angaben die Zahl der Personen, die älter als 80 Jahre sind, von 143 Millionen auf 426 Millionen verdreifachen.

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