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186. Oktoberfest eröffnet : „German beer is strong“

Im Wettbewerb um die erste Maß: Wiesnbesucher rangeln nach der Eröffnung um die Krüge. Bild: AP

O’zapft is: Mit zwei Schlägen hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter das erste Fass angezapft. Kurz vor Festbeginn wurde bereits über einen Stargast gemunkelt – außerdem wurden Sonderregeln für die Nutzung von E-Scootern erlassen.

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          Bei bestem Wetter hat in München das Oktoberfest begonnen. Um Punkt 12 Uhr hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit zwei Schlägen das erste Bierfass im Schottenhamel-Festzelt angezapft und das Volksfest somit eröffnet. Die erste Maß ging traditionsgemäß an den bayerischen Ministerpräsidenten, derzeit Markus Söder (CSU). Erst dann begann der Ausschank an alle Gäste. 

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Einlass auf das Festgelände war bereits um 9 Uhr, Zehntausende Besucher warteten bereits vor dem Haupteingang – die ersten trafen dort bereits um 4.30 Uhr ein: Wer keinen Tisch reserviert hat, muss auf dem Oktoberfest schnell sein. Noch vor Anstich schlossen die ersten Zelte wegen Überfüllung die Türen. Insgesamt werden während des 16 Tage dauernden Festes rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt erwartet – darunter womöglich der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama. Er tritt während des zweiten Wiesnwochenendes auf dem Start-Up-Festival „Bits & Pretzels“ in München auf. Offiziell bestätigt hat er seinen Festbesuch zwar noch nicht, allerdings hatte er 2016 erklärt, er wolle die Wiesn mal besuchen: „Wahrscheinlich macht es mehr Spaß, wenn ich kein Präsident mehr bin.“

          Mit bis zu 11,80 Euro hat der Preis für die Maß Bier in diesem Jahr abermals einen neuen Höchststand erreicht. Reiter verteidigte den Anstieg jedoch gegenüber Journalisten bei einem Presserundgang am Donnerstag: Die Erhöhung um drei Prozent gehe konform mit der „normalen Preissteigerungsrate“. Einen „Bierpreisdeckel“ hatte der Stadtrat 2017 abgelehnt. Das ausgeschenkte Bier wird speziell für das Fest gebraut und zeichnet sich durch eine Stammwürze von mindestens 13,5 Prozent sowie durch einen erhöhten Alkoholvolumenanteil von 5,8 bis 6,3 Prozent aus. Für das amerikanische Konsulat in München ist letzteres ein alljährlicher Anlass zu der Warnung „german beer is strong“ – deutsches Bier ist stark.

          Die erste „Bierleiche“ behandelten die Sanitäter es bereits um kurz nach 12 Uhr: „Eine 18 Jahre alte Engländerin hatte vorher zuviel getrunken und dann eine Alkoholvergiftung erlitten“, teilte die Aicher Ambulanz Union am Samstag mit. 

          Im Rennen um die besten Plätze stürmten die ersten Besucher um kurz nach 9 Uhr das Festgelände. Bilderstrecke

          Keine E-Scooter rund um das Festgelände

          Wie in jedem Jahr rät die Polizei München deshalb, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abzureisen – und weist auch auf Sonderregeln zur Nutzung von E-Scootern hin: Mit diesen darf nur bis zum äußeren Sperrring rund um das Festgelände gefahren werden. Abends von 17 Uhr an bis morgens um 6 Uhr gilt zudem ein Ausleihverbot in einem erweiterten Radius von bis zu einem Kilometer um den Sperrring. Technisch wird diese Regelung durch die Anbieter mittels Geofencing umgesetzt. 

          Das Oktoberfest findet in diesem Jahr zum 186. Mal statt und wird bis zum 6. Oktober auf der Theresienwiese gefeiert. Seinen Ursprung hat das Fest in einem Pferderennen anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese im Jahr 1810. Im darauf folgenden Jahr beschloss der „Landwirtschaftliche Verein in Bayern“, das Fest weiterhin stattfinden zulassen. Trachten sah man in den ersten Jahrzehnten übrigens selten auf der Wiesn – der Trend zu Dirndl und Lederhosen entstand erst Anfang der 2000er Jahre. 

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