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Inklusives Prinzenpaar : Jede Jeck is anders

Im Altenheim in Frechen: Kai der Erste und seine Mutter, Prinzessin Katja, geben sich die Ehre. Bild: Stefan Finger

Aus Kai Wallraf wurde im vergangenen November Kai der Erste, Prinz im Kölner Karneval. Dass der junge Mann sich diesen Traum erfüllen konnte, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit.

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          Rollstuhl an Rollstuhl sitzen die Bewohner des St. Augustinus Altenheims in Frechen beieinander, klatschen und wippen mit den Knien zu Karnevalsliedern. Auf den Tischen vor ihnen Softdrinks, Kölsch, Knabbergebäck, Luftschlangen. Bunt betupfte Clownsmützen und Sombreros sind auf den Köpfen drapiert, in den weißen Haaren stecken Hawaiiblumenketten. Voller Erwartung blicken die Bewohner zur Bühne und zur närrischen Moderatorin, die den nächsten Stargast ansagt: den Bachemer Karnevalsprinzen Kai den Ersten. Er ist gerade mit den drei Fasanenfedern an seiner Prinzenkappe unter dem Türrahmen hindurch geschlüpft, posiert mit jungen und alten Karnevalisten für Fotos, das königliche Zepter mit beiden Händen fest umschlossen.

          Aus dem 17 Jahre alten Kai Wallraf wurde am 16. November im vergangenen Herbst Kai I. Das war lange ein weit entfernter Traum. Denn Kai singt das Lied „Du bes Kölle“ nicht durchgängig mit, er präsentiert es in Gebärdensprache – Kai der Erste ist Autist.

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