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13 Monate nach Schiffbruch : Überlebt durch Regen und Schildkrötenblut?

Wohlauf nach der medizinischen Untersuchung: Der Schiffbrüchige Jose Salvador Alvarenga Bild: AFP

Die Geschichte klingt so unglaublich wie die Abenteuer von Robinson Crusoe: 13 Monate soll ein Schiffbrüchiger aus El Salvador auf dem Meer und später auf einem Atoll überlebt haben.

          Fiktive Abenteuererzählungen wie „Robinson Crusoe“ haben oft einen realen Hintergrund. Gleichwohl scheint sogar manche wahre Geschichte zu abenteuerlich, als dass wir sie wirklich glauben möchten. So zweifeln einige an der Wahrheit der Berichte eines schiffbrüchigen Lateinamerikaners. Der soll angeblich nach 13 Monaten allein auf dem Meer schließlich auf dem zu den Marshall-Inseln gehörenden Ebon-Atoll im Südpazifik von seinem Boot an Land geschwommen sein – mehr als 10.000 Kilometer von seiner Heimat entfernt. Für Unsicherheit sorgt besonders die vergleichsweise gute körperliche Verfassung des Mannes, der nach seiner wundersamen Rettung trotz zerzauster Mähne und zotteligem Bartwuchs gut genährt aussah. „Es ist eine unglaubliche Geschichte, und ich bin mir nicht sicher, ob ich sie glaube“, sagte der Außenminister der Marshall-Inseln, Gee Bing, nach Angaben des australischen Senders ABC.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der Schiffbrüchige hat sich selbst als José Salvador Alvarenga identifiziert, einen 37 Jahre alten Mann aus El Salvador, der seit Jahren als Fischer in Mexiko lebte. Von dort sei er vor mehr als einem Jahr in See gestochen, um Haie zu fangen. Eigentlich sollte der Fischausflug nur einen Tag dauern. Aber dann sei das Boot durch einen Sturm abgetrieben worden, berichtete der Mann. Auf hoher See habe er sich von Fischen und Vögeln ernährt, die er mit bloßen Händen fing, sagte er dem australischen Sender zufolge. Um seinen Durst zu stillen, habe er Regenwasser, Schildkrötenblut und seinen eigenen Urin getrunken. Ein Kompagnon im Teenageralter sei aber schon nach wenigen Wochen auf dem Meer gestorben, weil er das rohe Fleisch nicht bei sich behalten konnte.

          Mit Hilfe eines Krankenpflegers geht der Schiffbrüchige von Bord des Rettungskreuzers „Lomor“.

          Viel Regen und eine reiche Tierwelt

          Am Dienstag sagte Alvarenga dem Sender CNN, ihm habe vor allem sein Glaube an Gott dabei geholfen, die monatelange Odyssee durchzustehen. Er habe zwischenzeitlich aber auch daran gedacht, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Alvarenga hat sich erstaunlich gut gehalten, auch wenn er von Pflegern gestützt werden muss, weil er hinkt und über Gelenkschmerzen klagt. „Als wir ihn sahen, sah er nicht so dünn aus wie die anderen Überlebenden in der Vergangenheit“, sagte der Außenminister der Marshall-Inseln. Jedoch hielt ein Fachmann aus einer Rettungsorganisation die Geschichte für „plausibel“. In dem Gebiet falle viel Regen und es gebe eine reiche Tierwelt, sagte Nick Vroomans dem australischen Sender.

          Der Fischer war den Angaben nach in einem sieben Meter langen Schiff aus Fiberglas unterwegs, das wohl ausreichenden Schutz vor Wind und Wetter gab. Auch andere Teile seiner Geschichte lassen sich offenbar verifizieren. So bestätigten CNN gegenüber einige Familienangehörige, die in Amerika leben, indirekt die Identität des Mannes. Sie hätten aber seit Jahren keinen Kontakt zu ihm gehabt. „Mein Herz hat mir gesagt, dass mein Sohn nicht tot ist, aber ich war so verzweifelt, dass ich den Glauben verloren habe“, sagte die mutmaßliche Mutter Julia Alvarenga dem amerikanischen Nachrichtensender.

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