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Menschen : Müllsammler auf dem Dach der Welt

  • Aktualisiert am

Will den Mount Everest säubern - Ken Noguchi Bild: AP

Ken Noguchi will den Mount Everest von Müll säubern. Dort haben sich vor allem Verpackungen angesammelt.

          1 Min.

          Ken Noguchi ist der Jüngste, der jemals die höchsten Gipfel auf sieben Kontinenten erstiegen hat. Auf dem Mount Everest hat er sich jedoch ein anderes Ziel als den Gipfelsturm gesetzt. Bei seinen Klettertouren stach ihm der Müll ins Auge, der sich an den Hängen des Berges angesammelt hat. Er rief deshalb die Noguchi-Qomolang-Cleanup-Expedition ins Leben, bei der er und sein Team zwischen Mitte März und Ende Mai aus dem Qomolang-Gebiet in der Höhe zwischen 5.300 und 8.300 Metern mindestens zwei Tonnen Müll entfernen wollen.

          „Überraschend ist, dass der Müll dort oben nicht - wie zu erwarten - vorwiegend aus Sauerstoffflaschen besteht. Er ähnelt vielmehr dem Müll, den wir im täglichen Leben produzieren“, sagt Noguchi auf seiner Website. Es seien Verpackungen, Plastikflaschen, Zeitschriften und Kleider. „Das liegt daran, dass die Bergsteiger wegen der Gewöhnung an den Druck lange Zeit auf bestimmten Höhen bleiben müssen“, erklärt der Bergspezialist.

          Hunderte Tonnen Müll

          Auf diese Weise haben sich auf der „höchsten Müllkippe der Welt“ hunderte Tonnen Mülls angesammelt. Und nicht nur das: „Bei meinem Aufstieg 1999 habe ich auch zwei oder drei Leichen gesehen“, berichtet Noguchi. Fast 170 Menschen kamen bei dem Versuch, den höchsten Berg der Welt zu erklettern ums Leben, nicht alle wurden geborgen. Deshalb hat sich Noguchi zur Aufgabe gesetzt, die Toten zu holen und weiter unten zu beerdigen.

          Den höchsten Gipfel der Welt zu besteigen ist für Nepal eine große Einnahmequelle. Ein Team muss mindestens 80.000 Euro für eine Everest-Lizenz zahlen. Trotzdem haben den Gipfel bisher mehr als 1.300 Menschen bestiegen - und ihren Unrat hinterlassen.

          Ausstellung soll Bewußtsein schärfen

          Den Müll, den die Bergsteiger mit ins Tal bringen, stellen sie, wie schon nach der ersten Tour im Jahr 2000, international aus. Der in den USA geborene Diplomatensohn Noguchi will damit das Bewusstsein der Menschen schärfen: „Wir wollen, dass nicht nur die Bergsteiger, sondern auch die Öffentlichkeit auf das Müllproblem auf dem Mount Everest aufmerksam wird.“ Er hoffe, dass seine Aufräumaktion den Menschen eine Chance biete, über Umwelt im 21. Jahrhundert nachzudenken.

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