https://www.faz.net/-gum-429v

Menschen : Entführer von Elizabeth war offenbar Polygamist

  • Aktualisiert am

Der 49-jährige Brian Mitchell ist nach Angaben der Polizei ein Polygamist. Der Entführer der 15 Jahre alten Amerikanerin Elizabeth Smart wurde diese Woche in einem Vorort Salt Lake Citys festgenommen.

          1 Min.

          Der Entführer der 15 Jahre alten Amerikanerin Elizabeth Smart aus Salt Lake City ist nach Angaben der Polizei ein Polygamist. Unklar ist, ob der obdachlose Straßenprediger Brian Mitchell aus dem amerikanischen Bundesstaat Utah die Jugendliche im Juni vergangenen Jahres aus ihrem Schlafzimmer entführte, um sie zu seiner Frau zu machen.

          Der 49 Jahre alte Mitchell und seine Frau Wanda Barzee wurden diese Woche in einem Vorort Salt Lake Citys auf der Straße festgenommen, nachdem Bürger den steckbrieflich gesuchten Bettler und Gelegenheitsarbeiter erkannt hatten, der als mormonischer "Prophet" umherzog. Trotz des Verbots der Vielehe werden vor allem im Heimatstaat der Mormonen, Utah, immer wieder Fälle von Polygamie bekannt.

          Nur ein Straßenblock von der Polizeistation entfernt

          Mitchell und seine Frau hatten Elizabeth Smart bei sich, als sie von der Polizei angehalten wurden. Nach Angaben der Polizei wollte das Mädchen ihre Identität zunächst nicht preisgeben. Psychologen erklären, ein solches Verhalten sei bei Entführungsopfern häufig zu beobachten. Der Vater Elizabeths äußerte sich überzeugt, daß seine Tochter einer "Gehirnwäsche" unterzogen worden sei. Sie habe während ihrer Entführung "schlimme Dinge" gesehen, doch sei sie jetzt glücklich, wieder zu Hause zu sein.

          Offenbar lebte Elizabeth mit Mitchell, der früher Reparaturarbeiten für die Familie Smart verrichtete, und dessen Frau für Monate auf einem Campingplatz, kaum zehn Kilometer vom Hause Smart entfernt. Stunden nach der Entführung habe Elizabeth gehört, wie ein Onkel, der mit Suchtrupps das Gelände durchkämmte, ihren Namen gerufen habe. Später hätten die Entführer und ihr Opfer in einem Appartement nur einen Straßenblock von der Polizeistation in Salt Lake City entfernt gewohnt.

          Auch hätten sich Mitchell und seine Frau mehrmals mit Elizabeth in der Öffentlichkeit gezeigt, deren Aussehen durch Gewänder und einen Schal um den Kopf erheblich verändert worden sei. Ein Polizeisprecher bedauerte, daß die Ermittler nicht früher dem Drängen der Familie Smart nachgegeben hätten, ein Fahndungsfoto von Mitchell zu veröffentlichen.

          Weitere Themen

          Virtuelle Clubnacht im Berliner „Watergate“ Video-Seite öffnen

          „Yes we’re open“-Party : Virtuelle Clubnacht im Berliner „Watergate“

          Für Clubgänger, die das Feiern im Berliner Watergate vermissen, gibt es ab Freitag die Möglichkeit, über die neue Augmented-Reality-Plattform „Yes, we’re open“ Party zu machen. Nutzer können sich auf den verschiedenen Tanzflächen des Clubs bewegen und andere Besucher kennenlernen. Näher kommen, kann man sich auf der virtuellen Watergate-Toilette.

          Topmeldungen

          Burak Yilmaz (32), Pädagoge, im Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie in Duisburg

          Junge Migranten : Was gehört zu Deutschland?

          Das Dirndl? Die Shisha-Pfeife? Die Juden? Junge Migranten aus Duisburg sprechen mit einem Sozialarbeiter über Identität und Geschichte. Und warum der Holocaust zur Diskussion über heutige Werte führt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.