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Medizin : Forscher erfolgreich mit Videokamera in Pillenform

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Amerikanische Patienten können eine Magen-Darm-Untersuchung künftig leicht schlucken: Dort wurde eine neue Untersuchung mit Videokamera in Pillenform zugelassen.

          Magen-Darm-Untersuchungen können künftig angenehmer werden - zumindest für amerikanische Patienten. Dort haben die Behörden dafür eine Pille mit eingebauter Videokamera zugelassen, damit Ärzte dem Darm in voller Länge auf den Grund gehen können. Die „High-Tech-Pille“ ist 2,5 Zentimeter groß und damit wesentlich leichter zu schlucken als die bisherigen Endoskope. Bei herkömmlichen Untersuchungen wird ein Schlauch über den Mund oder die Nase des Patienten eingeführt, an dessen Ende eine Kamera angebracht ist, um Bilder aus dem Inneren des Menschen zu machen.

          Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA habe die neue „High-Tech-Pille“ aus Israel frei gegeben, bestätigte ein Sprecher am Donnerstagabend in Bethesda (US-Staat Maryland). In einer Untersuchung mit 20 Patienten habe sich die „Pille“ als fast doppelt so effektiv in der Diagnose von Entzündungen, Geschwüren und anderen Anomalitäten in Magen und Darm erwiesen wie die herkömmliche Endoskopie. Mit diesem Verfahren gelingt es häufig nicht, den rund sechs Meter langen Dünndarm bis zum Ende zu untersuchen.

          Kamera kann wiederverwendet werden

          Dagegen führt die neuartige Aufnahme-Kapsel die Videokamera auf ihrem Weg zum natürlichen Ausgang durch alle Windungen. Die Kamera kann auf dem Weg durch den Verdauungstrakt farbgetreue Nahaufnahmen machen. Sie wird nach 8 bis höchstens 72 Stunden wieder ausgeschieden und kann dann in einer neuen Kapsel wieder verwendet werden. Während dieser „Untersuchung“ kann der Patient seinen Alltag wie gewohnt führen. Die Kamera überträgt unterdessen alle Bilder aus dem Inneren per Sender auf einen Empfänger, den der Patient an seinem Handgelenk trägt. Dieser Empfänger wird später beim Arzt abgeliefert, der sich die Aufnahmen dann auf seinen Computer lädt.

          Die Kamera des israelischen Unternehmens „Given Imaging Ltd.“ aus Jokneam bei Haifa wurde von einem israelisch-englischen Team um den Raketen-Techniker Gadi Iddam entwickelt. Das Gerät werde allerdings die klassische Endoskopie (Dünndarm-) und Kolonoskopie (Dickdarmuntersuchung) nicht vollständig ersetzen können, glaubt das Unternehmen.

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