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Medizin : Erster Schritt in Richtung einer Fernoperation

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Herz-OP: Bald auch aus der Ferne? Bild: ZB - Fotoreport

Der Chirurg sitzt in Deutschland und operiert einen Patienten in Japan. Zukunftsmusik? Herzchirurgen in Bad Oeynhausen und Yokohama haben den ersten Schritt in diese Richtung getan.

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          Der Arzt mit Spezialwissen und der Patient, der seine Hilfe braucht. Längst nicht immer kommen beide zusammen, nicht selten trennen die beiden sogar Kontinente. Die moderne Kommunikationstechnik sollen helfen, das zu ändern. Europas größte Herzklinik im westfälischen Bad Oeynhausen und die Toin Universität in Yokohama haben am Samstag den ersten Schritt gewagt.

          Via ISDN-Telefonleitung wurde eine Herzoperation in Bad Oeynhausen erstmals in Echtzeit übertragen. 300 Studenten, Ärzte und Journalisten in Japan konnten mitverfolgen, wie Professor Kazutomo Minami in der der Universität Bochum angegliederten Oeynhauser Klinik einem 57-jährigen Patienten einen Aortenklappenersatz einsetze und ihm einen Bypass legte. An die Operation schloss sich eine Fernvorlesung an - auch das war ein Novum.

          Diagnosen und Eingriffe aus der Ferne

          Der chirurgische Eingriff war nach Aussage des Professors Routine, doch sei es auf diese Weise möglich gewesen, das hohe Know-how der deutschen Mediziner nach Japan zu übermitteln. In Zukunft seien laut Minami damit auch Ferndiagnosen möglich. „Vielleicht wird es sogar eine Operation geben“, zeigte der Herzspezialist die Möglichkeiten auf.

          Für eine stabile Übertragung von Bad Oeynhausen nach Yokohama wurden drei ISDN-Leitungen benutzt, die sechs Kanäle ergaben. Die Bilder trafen daher nur eine Sekunde nach der Handlung in Japan ein - eine minimale Zeitverzögerung. Durch die neue Technologie würden viele Flugreisen unnötig, glaubt Professor Minami. Eine Sprecherin der Herzklinik kündigte an, dass in naher Zukunft zunächst zwei bis drei Mal im Jahr ähnliche Live-Übertragungen nach Japan stattfinden werden.

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