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Vornamen in Deutschland : Kann ja nicht jeder Max heißen

Individualität zahlt sich aus: Ein einzigartiger Name erleichtert es dem Nachwuchs, den Turnbeutel zu finden. Bild: dpa

Auch im vergangenen Jahr waren Maximilian und Sophie die beliebtesten Vornamen. Dass sie einfallslos sind, müssen sich die Deutschen deshalb aber nicht vorwerfen lassen. Manche Eltern halten eher zu viel auf die eigene Individualität.

          2014 wurden in Deutschland fast 56.000 verschiedene Vornamen als Erst- und Zweitnamen an Neugeborene vergeben, 38.000 davon jeweils nur ein einziges Mal. Das geht aus einer Erhebung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hervor, die insofern noch nach oben zu korrigieren ist, als die Standesämter nur gut 90 Prozent aller erfassten Vornamen zur Auswertung weitergegeben haben. Aber schon die vorliegenden Daten zeigen: Es gibt sehr viele Namen in Deutschland. Allein, die Eltern wissen damit wenig anzufangen.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Möglichkeit Nummer eins: Das Angebot ist ihnen noch immer nicht groß genug, es beleidigt ihre Vorstellung von der eigenen Individualität. Dann wenden sie sich mit neuen Ideen ans Standesamt. Im Erfolgsfall kann das so ausgehen: Famous, Fynnyu, Shakur, Excel. Manchmal scheitern die Eltern aber auch.

          Folgende Wünsche wurden 2014 vom Standesamt abgelehnt: Belmondo als Vorname für einen Jungen. Der Grund hier: Belmondo ist gemeinhin als Nachname bekannt, man denke nur an den Schauspieler Jean-Paul, dessen Vorname wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Schriftsteller Jean Paul auch nicht ideal ist. Gleichfalls abgelehnt: Celle (für einen Jungen). Zur Beruhigung aller Celler: Waiblingen oder Duisburg wären auch nicht durchgegangen. Denn, so die gängige Auffassungspraxis der Standesämter: Städtenamen sind – von Ausnahmen („Sofia“) abgesehen – genauso wenig Vornamen wie Begriffe aus der Alltagssprache (Holunder, Torjäger).

          Bei den beliebtesten Vornahmen tut sich wenig

          Lange wurde auch darauf geachtet, dass die Vornamen das Geschlecht des Kindes erkennen lassen. Eine Irreführung ist nach wie vor unzulässig. So wurden 2014 der Jungenname Ward für ein Mädchen sowie Mandy für einen Jungen abgelehnt. Das Bundesverfassungsgericht hat aber schon 2008 entschieden, dass die damals vorherrschende Auffassung von Standesbeamten, ein geschlechtsneutraler Vorname müsse durch Hinzufügen eines Zweitnamens eindeutig als männlich oder weiblich erkennbar sein, nichtig ist.

          Nun endlich zur Möglichkeit Nummer zwei: Das Namensangebot ist den Eltern zu groß. Wahrscheinlich ist nur so zu erklären, dass sich weder in den Top Ten der Mädchenvornamen noch in denjenigen der Jungenvornamen im Vergleich zu 2013 ein neuer Kandidat eingefunden hat. Diesmal bei Erst- und Zweitnamen ganz vorne: Sophie/Sofie, Marie, Sophia/Sofia sowie Maximilian, Alexander, Paul. 2013 ganz vorne: Sophie/Sofie, Marie, Sophia/Sofia sowie Maximilian, Alexander, Paul.

          Ein bisschen Bewegung gab es nur bei den Erstnamen: Hanna/Hannah rückte auf Platz eins vor und verdrängte Mia und Emma, bei den Jungen gelang Luis/Louis sogar der Sprung von fünf auf eins.

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