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Matthias Schweighöfer : „Die fragen immer sehr direkt: ,Excuse me, who are you?‘“

  • -Aktualisiert am

„Ich glaube an Energie“: Matthias Schweighöfer hat inzwischen auch internationalen Erfolg. Bild: People Image

Matthias Schweighöfer gehört in Deutschland schon lange zu den bekannten Gesichtern des Filmgeschäfts. Schauspieler, Produzent, Sänger, gerade 40 Jahre alt – und nun will er auch noch Hollywood erobern. Ein Interview.

          5 Min.

          Matthias Schweighöfer, Sie sind nicht mehr nur der Golden Boy des deutschen Kinos, sondern sind in den letzten Jahren immer mehr auch zu einem der Global Players der Kinowelt geworden. Wie wird man zum Weltstar?

          Mich hat die Serie „You Are Wanted“, die ich um 2018 gemacht habe, nach Amerika gebracht. Ich habe dort einen tollen Agenten kennengelernt, und ir­gendwann kam bei ihm die Anfrage rein für ein E-Casting für den Film „Army of the Dead“ des Regisseurs Zack Snyder.

          Wichtiger Mann, der diverse Super­heldenfilme gemacht hat.

          Ich dachte mir, das wird auf jeden Fall nichts – bis irgendwann Zack selber anrief und sagte: „Du bist dabei!“ Ich bin ein großer Zack-Snyder-Fan und wurde echt nervös, als die Zusage kam. Ich war dann zum Drehen vier, fünf Monate in Amerika und hatte eine geile Zeit mit ihm. Irgendwann traf ich die Netflix-Chefs, die sagten, es gebe die Möglichkeit, ein eigenes Prequel zu kriegen, weil die Figur a very likeable dude sei. And here we are!

          In diesem Prequel nun, „Army of Thieves“, führen Sie auch Regie. Werden Sie jetzt nicht nur in Potsdam, sondern auch in Pasadena oder Prag auf der Straße erkannt?

          Wenn ich erkannt werde, dann eher von Deutschen. Aber natürlich ist es immer sehr lustig, gerade wenn man in Los Angeles oder sonst wo ist.

          Wo hätten Sie es am wenigsten er­wartet, erkannt zu werden?

          In Südafrika, auf dem Tafelberg. Da haben Florian David Fitz und ich „100 Dinge“ gedreht, und plötzlich standen hundert, zweihundert Deutsche um uns herum, alles Touristen – ganz absurd. Das wurde ein großes Juhu, mit unendlich vielen Fotos. Die Afrikaner dachten sicher: „Wer sind die zwei Idioten da?“ Ähnlich ist es in Amerika, wenn man in L.A. auf der Melrose Avenue entlangläuft und von deutschen Touristen immer wieder um ein Foto gebeten wird, denken die Amerikaner: „Who is he?“ Die fragen auch immer sehr direkt: „Excuse me, who are you, what’s going on here?“ Und dann sagst du: „I’m a guy from Germany.“ – „An actor? Are you a celebrity back there?“

          Auch wenn dieser Netflix-Film in­ternational ankommen soll, behalten Sie doch Ihren eigenen Humor und Stil bei: Sie sprechen ein sehr deutsch gefärbtes Englisch, eher rostiges Schulenglisch statt eines coolen Kosmopoliten-Sprechs. Warum?

          Zack und ich haben überlegt, was Sinn ergibt. Er riet mir, es nicht zu amerikanisch zu machen. Ich habe dann mit einem vocal coach dran gesessen und die natürlichste Form gesucht.

          Andere könnten da peinlich wirken. Bei Ihnen bringt das einen besonderen Charme mit: den des Nahbaren.

          Ich glaube, es hat was Echtes. Und dieses Echte macht es so nahbar. Oft kann ein perfektes American English eine Distanz erschaffen, wenn jemand sich so richtig reinhängt. Mein Englisch ist halt so wie echt. Das macht es sympathisch.

          Es klingt wie Angela Merkels Englisch, weder übertrieben gut noch schlecht, sondern vertraut. Sie ver­äppeln sogar das Amerikanische.

          Genau, der Gag entstand aus einem In­sider-Witz, weil ich Zack fragte, wie ich denn das Wort „Götterdämmerung“ aussprechen sollte, und er sagte so was wie: „Ist doch klar: „Gödda-däm-rrung.“ Ich lachte mich kaputt. „Sorry, you want me to say ‚Gödda-däm-rrung’?“ Das Code­­wort wurde damit eine kleine Hommage an unser Gespräch.

          Sie sind eine feste Größe in der Branche, haben vor über zehn Jahren mit Pantaleon eine eigene Filmproduktionsfirma gegründet, die „Frau Ella“, „What a Man“ oder „Vaterfreuden“ produzierte; die Vermarktung macht Ihre Firma Pantaflix, eine börsennotierte AG. Sind Sie ein Global Player mit dem Gesicht eines Schuljungen?

          Ich muss aber sagen, ich mach das zum Glück nicht allein. Ich hab eine richtig coole Gang, meine beiden Partner Dan Maag und Marco Beckmann. Die sind beide vom Sternzeichen her auch Fisch wie ich. Als wir in Pasadena zum ersten Abendessen mit Zack und seiner Frau Debbie fuhren, prangte neben unserem Parkplatz die Lichtreklame eines Shops, worauf zu lesen war: „Pantaleon“. Ich guckte Zack und Debbie völlig perplex an und sagte: „Das ist der Name meiner Firma!“ Die fanden diesen Zufall auch unfassbar. Dann am Tisch fragen meine Partner die beiden nach ihrem Sternzeichen. Und die: „Fisch!“ Da saßen an diesem Tisch fünf Fische, die alle innerhalb von vier, fünf Tagen Geburtstag haben. Danke also an die Fische-Truppe – ohne die wär ich nicht da, wo ich bin.

          Sie glauben an Horoskope?

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