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Massengedränge bei Mekka : 244 Pilger zu Tode getrampelt

  • Aktualisiert am

Mit Steinen gegen Satan: Pilger bei Mekka Bild: REUTERS

Bei einer Panik während der Hadsch-Wallfahrt in Saudi-Arabien sind mehr als 244 muslimische Pilger zu Tode getrampelt worden sein. Etwa 2 Millionen Menschen haben sich bei Mekka versammelt.

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          Bei dem Massengedränge während der islamischen Pilgerfahrt sind am Sonntag bei Mekka mehr als 240 Menschen zu Tode getrampelt worden sein. Das gaben Mitarbeiter von Krankenhäusern bekannt, nachdem zunächst von 50, dann 120 Todesopfern die Rede war. Trotz des Unglücks wurden die Riten zunächst fortgesetzt.

          Der für die Pilgerfahrt (Hadsch) zuständige Minister Ijad bin Amin Madani sagte am Sonntag vor Reportern, es seien 244 Pilger getötet und 244 weitere verletzt worden. Der Zwischenfall ereignete sich, als rund zwei Millionen Pilger zu der Dschamarat Brücke in Mena strömten. Dort werfen sie jedes Jahr als Teil des Rituals Kieselsteine gegen eine Säule, die den Teufel symbolisieren soll. Die Brücke ist rund 15 Meter lang und führt über ein enges Tal.

          Der Straßenrand wurde von Dutzenden Leichen gesäumt. „Heute morgen gab es ein großes Gedränge unter den Pilgern, die Steine geworfen haben", zitierte die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur einen Sprecher des Innenministeriums.

          Hunderttausende sind unterwegs

          Seit Sonntagmorgen war ein Großaufgebot an Sicherheitskräften im Einsatz, um Unglücksfälle zu verhindern. Ein Hubschrauber überflog die Menschenmenge, um die Bodenkräfte zu lenken. Die Sicherheitskräfte wurden nach der Panik verstärkt, Polizisten versuchten die Menge über Lautsprecher zu beruhigen.

          Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen

          Die Hadsch hatte am Freitag unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen begonnen, weil die Behörden nicht ausgeschlossen hatten, daß die Wallfahrt Ziel eines Anschlags der Moslem-Extremisten der Al Qaida sein könnte. Bei dem alljährlichen Ritual, das viele Moslems mit großer religiöser Leidenschaft ausüben, kommt es regelmäßig zu tödlichen Unglücksfällen. Im Jahr 2001 waren bei einem Gedränge 35 Menschen getötet worden. 1990 wurden 1427 Pilger nach einer Massenpanik in einem Tunnel zu Tode getrampelt.

          Die Steinigung des Teufels zählt zu den wichtigsten Riten der alljährlichen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch. Nach islamischer Tradition soll jeder Pilger jeweils sieben Steine gegen jeden der drei 18 Meter hohen Pfeiler werfen, die den Teufel symbolisieren. Satan soll an diesem Ort der Überlieferung zufolge jeweils drei Mal in Folge dem Propheten Abraham, seiner Frau Hagar und deren Sohn Ismael erschienen sein. An der diesjährigen Hadsch nehmen nach Angaben des saudiarabischen Informationsministers fast zwei Millionen Moslems teil.

          Die islamische Lehre sieht vor, daß jeder Moslem, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, die Hadsch einmal in seinem Leben unternimmt.

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