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Massaker in Texas : Trump verteidigt Waffengesetze

  • Aktualisiert am

Polizisten vor der Baptistenkirche in Sutherland Springs Bild: dpa

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat bei seinem Besuch in Südkorea gesagt, dass schärfere Waffengesetze vielleicht dazu geführt hätten, dass in Texas viel mehr Menschen gestorben wären: „Dann hätte es vielleicht hunderte Tote gegeben.“

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          Donald Trump hat die Waffengesetze in Amerika verteidigt. Bei seinem Besuch in Südkorea sagte der amerikanische Präsident laut der Nachrichtenagentur AP, dass es mit schärferen Waffengesetzen in Sutherland Springs vielleicht sogar mehr Tote gegeben hätte. „Hätte es nicht diese eine sehr tapfere Person gegeben, die eine Waffe im Kofferraum hatte, gäbe es statt 26 vielleicht hunderte Tote.“ Der Attentäter von Texas war nach dem Blutbad in der texanischen Kirche von einem Anwohner angeschossen und verfolgt worden, bevor er sich laut Polizei selbst das Leben nahm. Trump ist damit exakt auf der Argumentationslinie der mächtigen Waffenlobby.

          Die amerikanische Luftwaffe ist nach dem Massaker in einer Kirchengemeinde in Texas mit 26 Toten unter Druck geraten. Das Vorstrafenregister des Täters sei möglicherweise nicht an eine Datenbank des FBI gemeldet worden, erklärte eine Sprecherin der Luftwaffe am Montagabend (Ortszeit). Wie Christopher Combs von der Bundespolizei sagte, hatten Datenbanken der Sicherheitsbehörden keine Hinweise darauf geliefert, dass es Devin Patrick Kelley wegen seiner Vorstrafe verboten war, Waffen zu kaufen. Kelly hatte mehrere Jahre bei der Luftwaffe gedient. Das Militär leitete eine Untersuchung ein.

          Der 26-Jährige hatte am Sonntag in einer Baptistenkirche in dem kleinen Ort Sutherland Springs nahe San Antonio das Feuer eröffnet und 26 Menschen getötet. 20 weitere wurden verletzt, zehn von ihnen befanden sich am Montagabend noch in kritischem Zustand. Der Schütze flüchtete nach der Tat zunächst in seinem Auto und wurde später mit drei Schusswunden tot in dem Wagen aufgefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er an einem Kopfschuss starb, den er sich selbst zufügte.

          Massaker in Texas : Offenbar familiärer Hintergrund des Täters

          Als Tatmotiv verdichteten sich Hinweise auf einen Streit mit seiner Schwiegermutter, die die Kirche in der Vergangenheit besucht hatte, am Sonntag selbst aber nicht anwesend war. Nach Darstellung der Sicherheitsbehörden war er wütend auf die Frau und hatte ihr Textnachrichten mit Drohungen geschickt. Kelley war 2012 von einem Militärgericht wegen Angriffen auf seine damalige Frau und seinen Stiefsohn verurteilt worden. Er verbrachte ein Jahr lang in Haft und wurde 2014 aus der Luftwaffe entlassen. Im selben Jahr heiratete er abermals.

          Wegen der Verurteilung in einem Fall von häuslicher Gewalt hätte es ihm eigentlich nicht erlaubt sein dürfen, Waffen zu kaufen. Er erwarb aber ein halbautomatisches Gewehr und zwei Pistolen. Mit dem Gewehr verübte er die Tat. Die Pistolen wurden in seinem Auto gefunden.

          Am Tatort selbst fanden Ermittler Hunderte Patronenhülsen und 15 leere Magazine, wie die Zeitung „Austin American-Statesman“ berichtete. Den Ermittlern zufolge war Kelley am Sonntagvormittag gegen 11.20 Uhr (Ortszeit) maskiert und ganz in schwarz mit einer schusssicheren Weste bekleidet zunächst an einer Tankstelle der Ortschaft gesehen worden. Er überquerte dann die Straße zur Kirche und begann noch vor dem Gebäude, mit dem Gewehr zu schießen. In der Kirche feuerte er weiter um sich.

          Ein Nachbar hörte die Schüsse, schnappte sich seine eigene Waffe, lief zum Tatort, schoss auf den Täter und verletzte ihn Behördenangaben zufolge an Bein und Brustkorb. Als Kelley flüchtete, nahm der Nachbar, den Medien als Stephen Willeford identifizierten, gemeinsam mit einem weiteren Mann die Verfolgungsjagd auf.

          Der texanische Gouverneur Greg Abbott sprach von der schlimmsten Tat eines einzelnen Schützen in der Geschichte des Bundesstaates. Das jüngste Opfer war den Ermittlern zufolge erst 18 Monate alt. Unter den Toten seien weitere Kinder, sagte Freeman Martin vom texanischen Ministerium für Öffentliche Sicherheit. Das älteste Todesopfer war demnach 77 Jahre alt.

          Auch acht Mitglieder einer einzigen Familie starben nach Medienberichten. In Zeitungen hieß es, in dem Ort mit mehreren Hundert Einwohnern kenne jeder eines der Opfer.

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