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Mars-Mission : Warten auf Mars Express

  • -Aktualisiert am

ESA-Mitarbeiter warten auf ein Signal von Beagle 2 Bild: AP

Auch nach sieben Versuchen gibt es keine Spur vom Landegerät der ersten europäischen Marsmission, Beagle 2. Jetzt hoffen Wissenschaftler vor allem auf die Ankunft des Mutterschiffs Mars Express auf einer geeigneten Umlaufbahn des Roten Planeten.

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          Die Suche nach dem Landegerät der ersten europäischen Marsmission Mars Express, Beagle 2, gestaltet sich wie ein Krimi. Immer neue Termine geben Satellitenüberflüge des angepeilten Landegebiets und mögliche Sendepositionen von Teleskopen vor, jedesmal hoffen Wissenschaftler weltweit auf ein Zeichen des kleinen Landegeräts.

          Sieben Versuche sind bis Montag fehlgeschlagen, weder die amerikanische Mars-Odyssey-Sonde noch das Radioteleskop in Jodrell Bank in England konnten bislang Signale von Beagle ausmachen. Doch die Wissenschaftler geben die Hoffnung nicht auf, außer weiteren Versuchen mit diesen beiden Geräten setzen sie jetzt auf die Muttersonde Mars Express. „Die Situation ist zwar frustrierend, aber ich bin immer noch guter Dinge: Lassen Sie uns warten, bis das Mutterschiff die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit seinem Baby hat. Mars Express ist ein System, das wir ganz und gar getestet haben und verstehen“, sagte David Southwood, Wissenschaftsdirektor der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Der Vater von Beagle 2, der britische Professor Colin Pillinger, sagte am Sonntag, es sei vermutlich am besten, bis nach dem 4. Januar zu warten, um dann „einen richtig großen Versuch“ zur Kontaktaufnahme zwischen Beagle und dem Mars-Express-Orbiter zu starten. Dann würde Beagle nicht mehr auf einzelne, programmierte Sendezeitpunkte warten, um sich zu melden, sondern wechsele in einen automatischen Dauertransmissionsmodus.

          Riskantes Unterfangen

          Die Gründe dafür, daß es keine Nachrichten von Beagle 2 gibt, können vielfältig sein. Denn obwohl die Esa-Wissenschaftler alle denkbaren Szenarien etliche Male durchgespielt haben, gilt eine Landung auf dem Mars als ein riskantes Unterfangen. Von elf Landeversuchen auf dem Mars in den vergangenen 43 Jahren waren bislang nur drei erfolgreich. Ob das Modul beim Aufprall auf den Mars beschädigt wurde, in unwegsamem Gelände trotz der starken Sprungfedern, die es auf der Erde aus jedem Erdloch und trotz stärkerer Gravitation katapultierten, feststeckt oder vielleicht auch völlig in Ordnung ist und bloß die Empfangsmodi nicht genau abgestimmt sind, ist von den Wissenschaftlern auf der Erde im Moment nicht zu klären. Erst ein Lebenszeichen könnte klären, welche probleme die Kontaktaufnahme verzögert haben, bleibt es aus, bleibt auch das Schicksal von Beagle im Dunkeln.

          Besonders im Klima auf dem Mars sehen Forscher im Moment einen möglichen Grund für die Funkstille: Nach Angaben eines Esa-Sprechers könnte es sein, daß sich die eingebaute Uhr des Roboters durch die hohen Temperatur-Unterschiede während seiner Reise verzogen hat. Demnach hätte Beagle 2 die Kontaktaufnahme bisher sozusagen verschlafen. Wenn sein Wecker klingelt, sollte alles wie geplant ablaufen. Doch die Frage ist, ob das Gerät bis dahin noch genug Strom hat, um alle Manöver auszuführen.

          Mars-Express-Mission trotzdem erfolgreich

          Auch wenn Beagle stumm bleibt und somit der spektakulärste Teil der ersten europäischen Mission zu einem Planeten fehlschlägt, kann der Mars-Express-Orbiter immer noch den größten Teil seiner wissenschaftlichen Experimente erfolgreich absolvieren. Sieben Instrumente an Bord untersuchen den Mars und seine Atmosphäre, und bislang verliefen die Manöver der Sonde alle erfolgreich. Vielleicht ist das ja auch ein gutes Omen für die Kontaktaufnahme zwischen Beagle und dem Orbiter.

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