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Mars-Mission : Nasa hat Kontakt zu „Spirit“ verloren

  • Aktualisiert am

„Spirit” fotografiert seinen Landeplatz - 21.1.2004 Bild: dpa/dpaweb

Der amerikanische Mars-Roboter sendet keine Daten mehr sondern nur noch „leere“ Signale. Die Nasa hatte die Probleme zunächst auf einen Sturm in Australien geschoben, wo Antennen „Spirits“ Lebenszeichen auffangen sollten.

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          Die Nasa hat den Kontakt zu dem Marsrover „Spirit“ verloren. Der Roboter sende keine Daten mehr sondern nur noch „leere“ Signale, sagte Projektmanager Pete Theisinger vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa am Donnerstag. Diese Signale wiesen darauf hin, daß die Funkanlage des Rovers intakt sei und Befehle empfange, der Rover sie aber nicht verarbeiten könne.

          Theisinger sprach von einer „ernsten Anomalie“. Etwas könne „kaputt gegangen“ sein. „Wir sind sehr besorgt“. Die Kommunikation mit dem Mars-Rover war laut Theisinger seit Mittwoch um 15.40 Uhr MEZ unterbrochen. Am Donnerstagmorgen sei dem Roboter ein Signal zugesandt worden und es scheine, daß es beantwortet worden sei - dafür gebe es aber zunächst noch keine Bestätigung.

          Technische Panne oder Softwareproblem

          Theisinger schloß eine mechanische Panne oder ein Softwareproblem des Rovers nicht aus. Das sei eine wirkliche Sorge. Eine Möglichkeit sei auch, daß die Batterie des Rovers sich zu stark entladen hätte. Dann würde die Software des Roboters versuchen, dies in den kommenden Tagen auszugleichen. Aber auch ein Computerproblem wollte die Nasa nicht ausschließen. Theisinger warnte jedoch vor einer Dramatisierung. Die Wissenschaftler seien auf solche Probleme vorbereitet.

          Die Nasa hatte die Probleme zunächst auf einen Sturm in Australien geschoben, wo Antennen für das Deep-Space-Kommunikationsnetzwerk stehen. Inzwischen hätte aber auch die Marssonde „Maers Global Surveyor“ die Landestelle überflogen und keine Daten empfangen.

          Mehr Bilder vom Mars

          Zuvor hatte der Rover erneut Bilder vom Mars geschickt. Eine Panoromaaufnahme zeigt die verlassene Landehülle des Rovers. Die Landestelle im Gusev-Krater wurde inzwischen in Erinnerung an die sieben bei der „Columbia“- Katastrophe ums Leben gekommenen Astronauten auf „Columbia Memorial Station“ getauft. Erste Bodenanalysen mit dem Mößbauer-Spektrometer Mimos II der Johannes Gutenberg-Universität-Mainz zeigten überraschend das Vorhandensein des Minerals Olivine - das normalerweise harsche Wetterbedingungen nur schlecht übersteht.

          Unterdessen nähert sich „Spirits“ Zwillingsroboter „Opportunity“ weiter dem Mars. Nach einem kleineren Korrekturmanöver sei der Roboter jetzt genau auf Kurs, teilte der JPL-Sprecher mit. „Opportunity“ soll am Sonntag um 6.05 Uhr MEZ auf dem Roten Planeten landen. Wenn alles gut gehe, werde die Nasa wie schon bereits bei „Spirit“ über Tonsignale genau die Landung verfolgen können.

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