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Mars-Mission : Beagle 2 könnte in einem Krater gelandet sein

  • Aktualisiert am

Mögliches Absturzgebiet von Beagle 2 auf dem Mars Bild: dpa/dpaweb

Das Mars-Landegerät Beagle 2 ist möglicherweise in einen Krater gestürzt und sendet deshalb keine Signale aus. Darauf deuten neue Bilder der Mars-Oberfläche hin. Am 4. Januar soll das Mutterschiff Mars Orbiter entgültig Gewißheit schaffen.

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          Das Mars-Landegerät Beagle 2 ist möglicherweise in einen Krater gestürzt und sendet deshalb keine Signale aus. Neue Bilder der Marsoberfläche zeigten einen Krater mit einem Kilometer Durchmesser in der Gegend, in der Beagle landen sollte, teilte der wissenschaftliche Projektleiter Colin Pillinger am Montag in London mit.

          Die amerikanische Sonde Odyssey versuchte unterdessen erneut, Kontakt zu dem Landegerät der Europäischen Raumfahrtagentur ESA aufzunehmen. Sollte das autoreifengroße Gerät tatsächlich in den Krater gestürzt sein, so „wäre das eine unglaublich unglückliche Situation“, sagte Pillinger. Ausschließen könne man mittlerweile, daß die Wetterverhältnisse auf dem Mars das Signal störten, sagte der Chef der Mission, Mark Sims.

          Hilfe aus Australien angefordert

          Möglich sei allerdings nach wie vor, daß es Probleme mit der Uhr des Landegeräts gebe. Die Uhr sagt dem Gerät, wann es funken soll. Schäden an der Hardware der Uhr schloß Sims aus, denkbar seien aber Softwareprobleme. Das Team werde am Mittwoch versuchen, die Uhr von der Erde aus via Funksignal neu zu stellen. Falls auch dieser Versuch scheitert, setzen die Wissenschaftler ihre Hoffnungen in das Mutterschiff Mars Express Orbiter. Es umkreist den Mars derzeit in einer großen Ellipse, soll sich dem Planeten aber bis zum 4. Januar auf rund 200 bis 250 Kilometer annähern. Von dieser Umlaufbahn aus bestehen den Experten zufolge gute Chancen, Kontakt zu Beagle 2 aufzunehmen.

          Mittlerweile beteiligen sich auch Forscher der Stanford-Universität in Kalifornien mit einer tellerförmigen Antenne von rund 45 Metern Durchmesser an der Suche nach Beagle 2. Die Leitung der europäischen Mars-Mission bat zudem Wissenschaftler der australischen Sydney University um Unterstützung. Das 67 Kilogramm schwere Landegerät Beagle 2 hatte sich vor mehr als einer Woche planmäßig vom Mutterschiff gelöst und in Richtung Mars bewegt. Vor vier Tagen ist es auf dem Planeten aufgetroffen - doch ist bislang unklar, ob es die Landung überstanden hat.

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