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Marco W. weiter in Haft : Türkei lehnt Freilassung ab

  • Aktualisiert am

„Alles Notwendige tun, damit er ein faires Verfahren bekommt” Bild: dpa

Momentan gibt es für den inhaftieren deutschen Schüler keine Hoffnung, frühzeitig aus dem türkischen Gefängnis entlassen zu werden. „Wir können und wollen uns nicht in das Rechtsverfahren einmischen“, sagte der türkische EU-Chefunterhändler Ali Babacan.

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          Die türkische Regierung lehnt eine Freilassung des deutschen Schülers Marco W. vorerst ab. „Wir können und wollen uns nicht in das Rechtsverfahren einmischen“, sagte der türkische EU-Chefunterhändler Ali Babacan am Dienstag nach einem Gespräch mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Brüssel.

          Seine Regierung werde aber „alles Notwendige tun, damit er ein faires Verfahren bekommt“. Der Fall des 17-Jährigen sei ein „sehr unglücklicher Fall“, räumte Babacan ein. Marco W. ist seit Wochen in der Türkei in Haft. Er wird des sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin beschuldigt. Er selbst spricht von einem Urlaubsflirt. Bei einer Veurteilung drohen ihm acht Jahre Haft.

          „Unabhängigkeit der türkischen Justiz“

          „Wir respektieren die Unabhängigkeit der türkischen Justiz“, sagte Steinmeier. Zugleich drängte er aber alle türkischen Stellen „mitzuhelfen, dass eine Lösung gefunden wird, damit der Jugendliche möglichst bald wieder bei seinen Eltern in Deutschland sein kann“. Er habe mit Babacan und in einem sehr ausführlichen Telefonat mit dem türkischen Außenminister Abdullah Gül in der Nacht zum Dienstag „die humanitären Aspekte dieses Falls erörtert“, sagte Steinmeier. Dabei habe er neben den heiklen Haftbedingungen auch auf die schwierige Situation der Eltern hingewiesen.

          Der türkische Nachrichtensender NTV berichtete, Gül habe in dem Telefonat unter anderem darauf verwiesen, dass eine Haftentlassung für Marco W. kaum möglich sei, solange die Familie des mutmaßlichen Opfers des deutschen Schülers ihre Strafanzeige nicht zurückziehe. Gül habe zudem gesagt, dass Marco W. in der Untersuchungshaft versorgt werde und auch seine Eltern sehen dürfe.

          Die Eltern einer britischen Urlaubsbekanntschaft von Marco W. werfen dem Deutschen vor, ihre 13 Jahre alte Tochter in einem Hotel in Antalya sexuell missbraucht zu haben. Der 17 Jahre alte Deutsche hat zugegeben, intimen Kontakt mit dem Mädchen gehabt zu haben. Er habe aber nicht gewusst, dass sie erst 13 Jahre alt ist.

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