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Mainzer Skandal-Kita : Gekündigte Erzieherinnen wehren sich gegen Rauswurf

Dreiräder stehen in Mainz vor der Kita, die nach dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe geschlossen wurde. Bild: dpa

Nach den gewalttätigen und sexuellen Übergriffen in einer Mainzer Kita war das komplette pädagogische Personal entlassen worden. Heute ist der Versuch gescheitert, den Arbeitgeber und zwei der bisherigen Mitarbeiter zur gütlichen Einigung zu bewegen.

          Frühestens im September will sich das Arbeitsgericht Mainz mit der Frage auseinandersetzen, ob die vor vier Wochen ausgesprochenen fristlosen Kündigungen gegen sieben Erzieher der katholischen Kindertagesstätte (Kita) Maria Königin im Stadtteil Weisenau rechtens gewesen sind. Nachdem bekannt geworden war, dass es in der Einrichtung offenbar über Monate hinweg gewalttätige und sexuelle Übergriffen zwischen Kindern gab, hatten das Bistum Mainz und die zuständige Pfarrei Mariä Himmelfahrt als Träger des Hauses umgehend reagiert und das komplette pädagogische Personal entlassen. Heute scheiterte der Versuch, beide Seiten - konkret: den Arbeitgeber und zwei der bisherigen Mitarbeiter - zur gütlichen Einigung zu bewegen. In einem weiteren Fall gebe es allerdings die Bereitschaft zum Vergleich, erklärte die zuständige Mediensprecherin, Richterin Ruth Lippa, gegenüber dieser Zeitung.

          Alle Beteiligten sollen befragt werden

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Insgesamt hätten sich sechs der sieben Betroffenen mit Kündigungsschutzklagen gegen den Rauswurf zur Wehr gesetzt. Der nächste Gütetermin sei für Montag anberaumt, zwei andere noch nicht festgelegt, so Lippa. Ob es, wie bis jetzt geplant, tatsächlich schon im Spätsommer zu den ersten Verhandlungen vor der Kammer komme, sei ungewiss. Offenbar möchten Bistum und Pfarrei zunächst die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft Mainz abwarten, die Ermittlungen aufgenommen hat und prüft, „ob es zu strafbaren Verletzungen der Aufsichts- und Fürsorgepflicht durch das in der Kita eingesetzte Personal gekommen ist“.

          Die Drei- bis Sechsjährigen, die zum Teil mehrfach am Tag Gewalt und sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen sein sollen, sind dagegen strafunmündig - unabhängig davon, ob sie Handelnde oder Erleidende waren. Dennoch sollen laut Staatsanwaltschaft möglichst alle Beteiligten umfassend zu den Vorfällen befragt werden, auch wenn dies viel Zeit koste. Dem Vernehmen nach sollen eine handvoll Hauptakteure die Einrichtung mit insgesamt 55 Mädchen und Jungen über einen längeren Zeitraum hinweg dominiert haben, ohne dass Erzieher eingeschritten seien. Mittlerweile sind alle betroffenen Kinder auf andere Betreuungseinrichtungen verteilt. Die Weisenauer Kindertagesstätte soll laut Bistum im September „unter neuer Leitung, mit neuem Personal und neuem Konzept“ wiedereröffnet werden.

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