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Erstes Land in Europa : Luxemburg legalisiert Anbau und Konsum von Cannabis

Auch der Konsum und Besitz von Cannabis im öffentlichen Raum wird nun anders geahndet als bisher. (Symbolbild) Bild: dpa

Luxemburger ab 18 dürfen künftig bis zu vier Cannabis-Pflanzen halten. Das Großherzogtum will damit der Drogenkriminalität entgegenwirken. Auch der Konsum und Besitz von Cannabis im öffentlichen Raum soll anders geahndet werden.

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          Erwachsenen in Luxemburg wird es künftig erlaubt sein, bis zu vier Cannabis-Pflanzen in Heim und Garten zu halten. Dies teilten mehrere Minister der Regierung am Freitag mit. Damit wird das Großherzogtum zum ersten europäischen Staat, der sowohl Anbau als auch Konsum von Cannabis legalisiert. Ziel sei es, gegen Drogenkriminalität anzukämpfen.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft & Stil.

          Darüber hinaus wird laut der luxemburgischen Regierung auch der Handel mit Cannabis-Samen erlaubt sein, ohne Regulierung hinsichtlich Anzahl der Samen oder ihrem Gehalt an der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC). Dadurch wird der Erwerb von Samen in Geschäften, aus Importen oder in Online-Shops legalisiert.

          Ob Heimgärtner ihre bis zu vier Pflanzen im Wohnzimmer oder im Garten aufstellen, bleibt ihnen überlassen. Die Regelung gilt allerdings pro Haushalt und nicht pro Kopf. Weiterhin verboten bleibt zudem der Konsum und Besitz von Cannabis in der Öffentlichkeit, mit Ausnahme der Samen darf zudem nach wie vor kein Handel mit Cannabis-Produkten getrieben werden.

          Allerdings wird der Konsum und Besitz von Cannabis im öffentlichen Raum nun anders geahndet als bisher: Wer bis zu drei Gramm der pflanzlichen Droge bei sich trägt, begeht in Zukunft kein Verbrechen, sondern ein Vergehen. Ein solches taucht nicht im Strafregister eines Menschen auf. Zudem ist mit einer geringeren Geldstrafe als zuvor zu rechnen: Während das Bußgeld von 251 bis 2500 Euro reichte, soll es auf eine Höhe zwischen 25 bis 500 Euro herabgesetzt werden. 

          Die Maßnahmen sind Teil eines Gesetzentwurfs, der Anfang 2022 vorgelegt werden soll. Umfassende Pläne zu einer nationalen Produktionskette und staatlich reguliertem Vertrieb wurden bisher von der Corona-Pandemie verzögert. Luxemburg ist nicht das erste Land, das den Schritt eines legalen Anbaus wagt, sondern folgt damit Kanada, Uruguay und elf Bundesstaaten in den USA.

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