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Luxemburg : 20 Tote bei Flugzeugabsturz / Black Box gefunden

  • Aktualisiert am

Aufnahme von der Absturzstelle der Fokker 50 in Luxemburg Bild: dpa

Ein aus Berlin kommendes Passagierflugzeug ist am Mittwoch in Luxemburg abgestürzt. Es befanden sich 22 Menschen an Bord.

          Beim Absturz eines Passagierflugzeugs sind in Luxemburg nach Angaben von Regierungssprecher Guy Schuller 20 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befanden sich 15 Deutsche. Die Hoffnung, dass einer von ihnen das Unglück überlebt habe, erfüllte sich nicht. Einzelheiten über Ursache und Hergang des Absturzes werden die Ermittler über die Black Box erfahren. Diese wurde an der Absturzstelle "in perfektem Zustand" gefunden.

          Die Maschine der Fluggesellschaft Luxair befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Anflug auf den Luxemburger Flughafen Findel. Nach Informationen des Luxemburger Zivilschutzes überlebten vermutlich zwei Menschen den Absturz schwer verletzt. Insgesamt seien 22 Passagiere an Bord der zweimotorigen Propellermaschine gewesen, die von Berlin-Tempelhof kam. 20 Menschen wurden beim Aufprall des Flugzeugs getötet. Von den sechs Verletzten starb einer nach Einlieferung ins Krankenhaus. Die Bergungskräfte benötigten nach Polizeiangaben drei Stunden, um den im Wrack eingeschlossenen Piloten zu befreien. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

          Nebel am Absturzort

          Über die Unglücksursache wusste die Polizei noch nichts. Zum Zeitpunkt des Absturzes lag allerdings dichter Nebel über der Unglücksstelle. Das Flugzeug mit der Flugnummer LG 9642/LH 2420 stürzte auf ein Feld neben eine Nationalstraße bei der Ortschaft Niederanven kurz vor dem Flughafen. Die Unglücksstelle befindet sich etwa 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Rettungskräfte von Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei versuchten lange Zeit die Opfer aus dem brennenden Wrack zu bergen. Wie Luxair mitteilte, war das Flugzeug seit Juni 1991 in Betrieb.

          Wie die Polizei mitteilte, haben 19 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder in der Fokker 50 gesessen. Das Flugzeug transportierte vor allem deutsche Geschäftsleute. Sie wollten nach Angaben von Verkehrsminister Henri Grethen für einen Tag nach Luxemburg kommen.

          Probleme erst beim Landeanflug

          Vom Start in Berlin bis zum Verlassen des deutschen Luftraums hatte die Maschine offenbar keine Probleme, berichtete das Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Kurz vor zehn Uhr gab der Tower in Luxemburg Alarm, weil die Flugaufsicht den Kontakt zur nahenden Luxair-Maschine verloren hatte. Die Fokker prallte nahe des etwa zwei Kilometer östlich des Flughafens gelegenen Örtchens Niederanven in freiem Gelände auf den Boden. Weitere Opfer außerhalb des Flugzeugs gab es daher nicht.

          Nach Angaben eines Augenzeugens fing die Maschine sehr schnell Feuer. Aus der aufgesprungenen Cockpit-Tür der am Boden liegenden Maschine habe er Schreie im Inneren der Unglücksmaschine gehört und Menschen retten wollen, berichtete der Taxifahrer Guillaume Wainachter, der nur Minuten nach dem Absturz am Unglücksort ankam. Plötzlich habe er ein sonderbares Geräusch gehört und sofort darauf seien Flammen aus dem Flugzeug geschlagen: „Dann haben die Schreie aufgehört“, sagte Wainachter.

          Stolpe besucht Unglücksort

          Kurz nach dem Absturz hat sich Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) zum Unglücksort begeben. Das teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Mittwochmittag mit. Bei den Ermittlungen zum Absturz der Maschine, die aus Berlin gekommen war, habe man Luxemburg Hilfe angeboten.

          Außer Stolpe sprachen die luxemburgische Großherzogin Maria Theresa sowie Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ihr Mitgefühl aus. Außenministerin Lydie Polfer sprach von einer
          „schrecklichen Tragödie“.

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