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Lungenentzündung : Weitere Verdachtsfälle in Hongkong

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Unterdessen gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt, den Erreger der mysteriösen Lungenentzündung möglicherweise in den kommenden Tagen identifizieren zu können. „Das bedeutet nicht, dass wir auch in kurzer Zeit ein Gegenmittel finden“, sagte Hitoshi Oshitani, SARS-Koordinator der WHO, am Montag in Manila. Seinen Angaben zufolge wurde der Erreger von Tieren übertragen. Er bezeichnete SARS als „größten Ausbruch einer Krankheit über den Flugverkehr in der Geschichte“.

SARS wird auch nach Untersuchungen des Pariser Pasteur-Instituts vermutlich durch ein Coronavirus ausgelöst. Wie die oberste französische Gesundheitsbehörde DGS am Montag bekannt gab, fanden Pasteur-Forscher in Proben von sechs SARS-Patienten aus dem Krankenhaus Hanoi sowie einem mit SARS im französischen Tourcoing liegenden Arzt Coronaviren. Deren Viren-Verwandte sind unter anderem für Erkältungskrankheiten sowie für Darmerkrankungen bei Tieren verantwortlich.

Tropeninstitut: Keine Seuchengefahr

Das Hamburger Tropeninstitut geht trotz einer weltweit steigenden Zahl von Krankheitsfällen weiterhin nicht von einer Epidemiegefahr aus. Verglichen etwa mit der Influenza sei bei SARS keine seuchenartige Ausbreitung zu beobachten, sagte der Direktor des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Bernhard Fleischer, am Montag. „Man holt es sich eben nicht auf der Straße, sondern durch direkten Kontakt mit Erkrankten. Das lässt einen hoffen, dass das Ganze kontrollierbar ist.“

Fleischer sagte, da sich die Zahl der Erkrankungen entgegen seinen Erwartungen sehr schnell erhöht habe, könne er seine Prognose nicht aufrecht erhalten, dass die Krankheit bald überwunden sein werde. Es sei allerdings unklar, ob es sich bei der Zahl der gemeldeten Fälle tatsächlich um Erkrankungen handele. „Es werden jetzt viele Leute eingeliefert, von denen man gar nicht weiß, ob sie SARS haben. Die Diagnostik läuft noch gar nicht richtig. Man weiß gar nicht, wieviele Menschen wirklich an SARS erkrankt sind.“

Daten aus China fehlen

Während unter der chinesischen Bevölkerung die Angst vor der Seuche wächst und Atemschutzmasken und Grippemedikamente gekauft werden, hält die Regierung in Peking Informationen weiter zurück. Ein WHO-Sprecher sagte, man warte noch immer auf neue Zahlen aus den Provinzen. Zudem sei es den WHO-Experten noch immer nicht gestattet worden, in die Provinz Guangdong (Kanton) zu reisen. In dieser Region an der Grenze zu Hongkong kam es im November zum Ausbruch zahlreicher Lungenentzündungen.

In vielen Apotheken in Peking war am Montag kein Mundschutz mehr zu bekommen. Nach Angaben chinesischer Zeitungen vom Montag sind solche Gesichtsmasken schon seit drei Tagen ausverkauft, doch bemühten sich Apotheken um Nachschub. Die Zeitungen schrieben, niemand wisse, ob der Mundschutz eine Infektionen mit dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) verhindern könne und wie sich das Virus verbreite. Doch rieten Ärzte, größere Menschenansammlungen zu vermeiden und häufig die Hände zu waschen.

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