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Luminale in Frankfurt : Macht besseres Licht an!

Schrift an der Wand: „Licht-Beugung“ von Detlef Hartung und Georg Trenz in der Katharinenkirche an der Hauptwache. Bild: Wonge Bergmann

Bei der Luminale dreht sich in dieser Woche in Frankfurt alles ums Licht: Über 207 Lichtprojekte erleuchten die Bankenstadt. Zeit also, sich einmal Gedanken über das richtige Licht zu machen.

          Die Innenstadt ist dort, wo das Licht am hellsten scheint. Was vor 50 Jahren schon im britischen Schlagerklassiker „Downtown“ von Petula Clark beschworen wurde, gilt von Sonntag an umso mehr für Frankfurt. Hier findet zum achten Mal die Luminale statt, die Biennale der Lichtkunst, mit 207 Lichtprojekten, die in der Bankenstadt und im benachbarten Offenbach gezeigt werden. Wenn es dunkel wird, klemmen sich die Besucher das gelbe Programmhaft unter den Arm und machen sich mit Shuttle-Bus, Fahrrad oder zu Fuß auf den Weg, um die Stadt in einem anderen Licht zu entdecken.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Designer, Architekten, Stadtplaner und Studenten aller drei Disziplinen zeigen, wie sich der öffentliche Raum und Gebäude verändern, wenn man sie anders beleuchtet. Im Frankfurter Hauptbahnhof werden sich zum Beispiel zahllose Papierschiffe aus Licht den Weg durch die Bahnhofshalle bahnen und dabei auch auf Hindernisse reagieren. Nur ankommen werden sie nie.

          Installationen in der ganzen Stadt verteilt

          Neben dem Hauptbahnhof ist auch die Naxoshalle im Osten der Stadt mit fast 20 Installationen ein zentraler Ort des Festivals, ebenso wie die Frankfurter Kirchen: Eine zeigt einen begehbaren Film, eine andere wird von Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung in einen Traumraum verwandelt. Viele Projekte spielen nicht nur mit dem Licht, sondern auch mit dem Klang, bei manchen ist Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Das Architekturbüro Schneider Schumacher und Meso Digital Interiors lassen die Fassade eines Parkhauses erstrahlen - sofern die Besucher die Energie selbst erzeugen, indem sie auf zwei Fahrrädern in die Pedale treten.

          Neonleuchten sind out? Aber nicht in der Kunst: Noneon auf der Luminale

          Andere Installationen bieten gleich bauliche Lösungen für die Probleme an, auf die das Licht hinweisen soll. Das Frankfurter Architekturbüro HGP lässt gemeinsam mit der Kölner Künstlerin Katja Kempe jeden Abend 75 Seenotrettungsleuchten auf einem Weiher nahe der Messe zu Wasser. „Sie stehen für die geschätzt 7500 Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren bei der Überquerung des Mittelmeeres ertrunken sind“, sagt Architekt Markus Leben, einer der beiden Büroinhaber. Direkt daneben wird ein Holzkubus stehen. Design-Studenten der FH Potsdam haben ihn aus einer Transportverpackung entwickelt: einfache Sperrholzplatten vernagelt und mit Spanngurten zusammengehalten. Ein Beitrag zum modularen Bauen, der überall temporär aufgestellt werden kann, wo es an Wohnraum fehlt – sei es als Flüchtlingsunterkünfte oder auch als Ersatz für fehlende Studentenzimmer.

          Das Glühbirnen-Verbot veränderte vieles

          Seit der ersten Luminale vor 14 Jahren hat sich das Verhältnis der Deutschen zum Licht grundlegend gewandelt. Nicht nur, dass angestrahlte Bauten mittlerweile auch abseits von Lichtfestspielen ein fester Teil des nächtlichen Stadtbilds sind. Auch Privatleute haben Licht als Mittel der Inszenierung entdeckt, um für ihre Villen, alte Rotbuchen und Buchsbäume in der Dunkelheit Aufmerksamkeit zu erhaschen. „Das Verbot der Glühlampen im Jahr 2009 war ein Wendepunkt“, erinnert der Lichtgestalter Andreas Schulz von „Licht Kunst Licht“, der unter anderem das Lichtkonzept für das Bundeskanzleramt in Berlin entwickelt hat. „Damals haben sich viele Menschen gezwungenermaßen zum ersten Mal mit Beleuchtung auseinandergesetzt.“

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