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Luftfahrt : In 100 Tagen lautlos um die Welt

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Abenteurer: Segelflieger Moss Bild: Moss

Der Flugpionier Gérard Moss will als erster Mensch die Welt in einem Segelflugzeug umrunden. Sein Ausgangspunkt: Rio de Janeiro.

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          Abgestellter Motor, in herrlicher Ruhe dahingleiten, unverstellter Blick auf die beeindruckendsten Szenerien der Welt - so stellt sich Gérard Moss seine aktuelle Mission vor. Als erster Mensch will der Schweizer Abenteurer in einem Segelflugzeug die Welt umrunden. Am Donnerstag startete er in Rio de Janeiro zu seinem neuerlichen Luftfahrt-Abenteuer. In 100 Tagen will er wieder in Brasilien sein.

          Moss ist alles andere als unerfahren. Zusammen mit seiner Frau Margi hat er zwischen 1989 und 1992 den Globus schon einmal in einer einmotorigen Maschine umrundet. Bei dieser 120.000 Kilometer langen Tour, während der das Paar vornehmlich die südliche Hemisphäre überflog, besuchten die beiden 50 Länder auf vier Kontinenten. Neben den zahllosen unvergesslichen Eindrücken erstaunte das Fliegerpaar auch ein technischer Umstand: in 700 Flugstunden und bei 132 Landungen gab es keinen einzigen Motorfehler.

          Motorhilfe nur bei Starts

          Auf die Zuverlässigkeit des Motors muss sich Moss bei seinem aktuellen Flug-Abenteuer nicht unbedingt verlassen. Zwar ist sein Segler mit einem Motor ausgestattet, doch will der Schweizer Ingenieur mit brasilianischem Pass diesen ausschließlich bei den Starts der einzelnen Etappen einsetzen. Die 100-tägige Flugroute soll über Venezuela, Mexiko, Alaska, Sibirien, das Chinesische Meer, den Nahen Osten und Afrika wieder zurück nach Brasilien führen. Obwohl es sich um einen Segelflug handelt, fürchtet Moss vor allem angesichts der Schwierigkeit, in Alaska oder Sibirien Treibstoff aufzutreiben, um den Erfolg seines Rekordversuchs.

          Die Weltumrundung soll auch wissenschaftlichen Zwecken dienen. Moss' Segelflugzeug ist mit Instrumenten ausgestattet, die Ozonwerte und Schadstoffe messen. Die gewonnenen Daten werden per Satellit an die Universitäten des brasilianischen Bundesstaates Sao Paulo sowie an die Universität Cambridge gesendet und dort ausgewertet.

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