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Loveparade : Späte Bitte um Vergebung

  • -Aktualisiert am

Hannelore Kraft (SPD), ehemalige Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hält im Plenum des Landtags eine Rede zum Gedenken an die Loveparade-Katastrophe. Bild: dpa

Zum zehnten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe erinnert die frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft an ihr Versprechen, den Fall lückenlos aufzuklären.

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          Seit ihrer Wahlniederlage vor drei Jahren hat sich die frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) politisch ziemlich rar gemacht. Das Thema, um das es am Donnerstagmorgen im Landtag geht, liegt Kraft aber so sehr am Herzen, dass sie erstmals in dieser Legislaturperiode ans Rednerpult tritt. Zum zehnten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe am 24. Juli will das Plenum wenig später einen fraktionsübergreifenden Antrag beschließen. Darin versprechen die Abgeordneten nicht nur die Einrichtung eines ergänzenden Hilfsfonds und einen zusätzlichen Fonds für Opfer von Katastrophen und Gewalttaten in Nordrhein-Westfalen. Sie beauftragen die Landesregierung auch, eine Expertenkommission einzusetzen. Deren Aufgabe soll es unter anderem sein, Vorschläge zu erarbeiten, wie komplexe Katastrophenfälle künftig besser und schnell juristisch aufgearbeitet werden können.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die Loveparade-Katastrophe ist „eine offene Wunde am Herzen der Stadt Duisburg und des Landes“, wie Kraft formuliert. Die Sozialdemokratin erinnert daran, dass sie – vor zehn Jahren gerade erst wenige Tage im Amt – in ihrer Trauerrede in Duisburg lückenlose Aufklärung versprochen hatte. „Ich war damals fest davon überzeugt, dass die Fehler ermittelt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, ich habe nicht recht behalten“, sagt die ehemalige Ministerpräsidentin mit brüchiger Stimme. Dass das Strafverfahren Anfang Mai „wegen geringer Schuld“ eingestellt wurde, sei zwar aus rechtsstaatlicher Sicht nachvollziehbar, doch für die Angehörigen der 21 Todesopfer, die vielen Verletzten und Traumatisierten schwer zu ertragen. „Auch diese Wunde ist nicht geschlossen.“

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