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Los Angeles : Mutter des mutmaßlichen Serien-Brandstifters soll ausgeliefert werden

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Mindestens 50 Brände sollen auf das Konto des Brandstifters gehen, dessen Mutter ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt Bild: dapd

Die amerikanische Justiz will eine mutmaßliche Serien-Betrügerin nach Deutschland ausliefern. Der Sohn der Deutschen ist in Los Angeles wegen Brandstiftung angeklagt.

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          Die Mutter eines Deutschen, der in Hollywood als Serien-Brandstifter angeklagt ist, soll amerikansichen Medienberichten zufolge nach Hessen ausgeliefert werden. Ein Richter in Los Angeles habe diesen Schritt erlaubt, berichtete der Sender 4NBC am Donnerstag (Ortszeit). Die wegen Betrugs in Deutschland gesuchte Frau und ihr 24 Jahre alter Sohn hatten sich gegen die Auslieferung gewehrt. Ein Termin für die Übergabe der in Tschetschenien geborenen Frau an die deutschen Behörden wurde zunächst nicht genannt.

          Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main wirft der Frau gewerbsmäßigen Betrug in 19 Fällen vor. Gegen ihren Sohn wird wegen eines Feuers im hessischen Schwalm-Eder-Kreis ermittelt. In den Vereinigten Staaten muss sich der junge Mann wegen 100 Vorwürfen im Zusammenhang mit fast 50 Feuern verantworten. Mitte Januar hatte er vor Gericht auf „nicht schuldig“ plädiert. Die Polizei hatte ihn nach der Brandserie Anfang Januar festgenommen.

          Mehrere Millionen Dollar Schaden

          Auch die Mutter des Deutschen sitzt in Untersuchungshaft. Die in Deutschland mehrfach vorbestrafte Frau war kurz vor dem Jahreswechsel in Los Angeles festgenommen worden. Kurz danach begann eine Brandserie, die Hollywood in Atem hielt und einen Schaden von mehreren Millionen Dollar verursachte. Der Sohn soll die Brände aus Wut über die Festnahme seiner Mutter gelegt haben.
          Bei ihren Anhörungen im Januar war die Frau mit wirren Bemerkungen aufgefallen. „Gefährlich? Ich bin gefährlich?“, empörte sich die Deutsche. Sie wolle dagegen kämpfen, nach Deutschland ausgeliefert zu werden. Dort hätten es „kriminelle Nazi-Gruppen“ auf ihr Leben und das Leben ihres Sohnes abgesehen.

          Richter Charles F. Eick, der jetzt die Auslieferung anordnete, hatte die Behauptungen der Frau über eine angebliche Bedrohung in Deutschland zurückgewiesen. Sie seien „einfach nicht glaubwürdig“, zitierte die „Los Angeles Times“ am Donnerstag aus dem Urteil.
           

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