https://www.faz.net/-gum-3vi9

Literatur : Gebeine von Alexandre Dumas ins Pariser Pantheon überführt

  • Aktualisiert am

Ehrenwache am Sarg des Schriftstellers Bild: AP

132 Jahre nach seinem Tod wurden die Gebeine des Verfasser der „Drei Musketiere“ und des „Grafen von Monte Christo“ in das Pariser Pantheon gebracht.

          2 Min.

          Die Gebeine des französischen Schriftstellers Alexandre Dumas sind am Samstag nach Paris überführt worden. 132 Jahre nach seinem Tod sollte der Verfasser der „Drei Musketiere“ und des „Grafen von Monte Christo“ am Abend in das Pantheon gebracht werden, wo er am kommenden Dienstag die letzte Ruhestätte finden soll. Die mehrstündigen pompösen Feierlichkeiten begannen am Nachmittag mit einer Festveranstaltung im Senat. Sie sollten am Abend mit Theaterspielen und einer viertelstündigen Ansprache von Präsident Jacques Chirac enden.

          Rund 400 Freunde des Erfolgsautors verabschiedeten sich auf seinem früheren Schloss Monte Cristo von den sterblichen Überresten, die mit einem von acht Polizei-Motorrädern eskortierten Leichenwagen zum Senatsgebäude am Rand des Luxembourg-Parks gefahren wurden. Dumas ist die erste Persönlichkeit seit sechs Jahren, der die Ehre der Überführung in den französischen Ruhmestempel zuteil wird. Zuletzt war dort 1996 der Schriftsteller André Malraux zur letzten Ruhe gebettet worden.

          Weitere Kandidaten für das Pantheon

          Kandidaten für eine Aufnahme in den kommenden Jahren sind unter anderem die Philosophin Simone Weil, die Schriftstellerin George Sand, der Komponist Hector Berlioz und Claude Joseph Rouget de Lisle, der Urheber der französischen Nationalhymne („Marseillaise“). Bislang wurden im Pantheon nur zwei Frauen beigesetzt - die Physik- und Chemie-Nobelpreisträgerin Marie Curie und Sophie Berthelot, die nach dem Wunsch ihrer Angehörigen nicht von ihrem ebenfalls im Pantheon ruhenden Mann, dem Chemiker Pierre Berthelot, getrennt werden sollte.

          Alexandre Dumas (1802-1870)
          Alexandre Dumas (1802-1870) : Bild: AP

          „Einer für alle - alle für einen“

          Vor der Überführung nach Paris waren die Gebeine Dumas' Anfang der Woche in seiner Heimatstadt Villers-Cotterêts ausgegraben und in einem hellen Eichensarg nach Monte Cristo überführt worden. Dort wurde der Sarg bis zum Samstagmorgen aufgebahrt, von einer blauen Flagge mit dem Motto „Einer für alle - alle für einen“ aus den „Drei Musketieren“ bedeckt. Der Vorsitzende der Gesellschaft der Dumas-Freunde, Didier Decoin, sagte, bei der Öffnung der Gruft sei das Skelett in ausgezeichnetem Zustand „mit einem Teil des Schnurrbarts und einigen Haaren“ vorgefunden worden.

          Alexandre Dumas war am 5. Dezember 1870 gestorben. Die Überführung ins Pantheon erfolgt 200 Jahre nach seiner Geburt. Er schrieb mehrere Dramen und über 300 Romane, die zum Teil dutzendfach verfilmt wurden. Das Pantheon dient seit der Französischen Revolution als Ruhmestempel. Der Stadtrat von Villers-Cotterêts hatte seine Zustimmung zu der Umbettung nur nach schweren Bedenken gegeben, zumal der Schriftsteller verfügt hatte, er wolle in seiner Heimatstadt beigesetzt werden. Mit dem Pariser Kulturministerium wurde schließlich ausgehandelt, dass nun für Villers-Cotterêts eine drei Meter hohe Dumas-Bronzestatue neu gegossen werden soll, die 1885 aufgestellt, 1942 aber von den deutschen Besatzern eingeschmolzen worden war.

          Weitere Themen

          „Sei nicht dieser Typ“

          Gewalt gegen Frauen : „Sei nicht dieser Typ“

          In Schottland sorgt eine Kampagne der Polizei gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen für Aufsehen: Sie richtet sich explizit an Männer und fordert sie auf, ihr Verhalten zu reflektieren.

          Topmeldungen

          Woran festhalten, was erneuern? Hendrik Wüst blickt nach vorne.

          Kritik an Parteispitze : Die Abrechnung der Jungen Union

          Fehlende thematische Positionierung, Störfeuer aus Bayern und eine Kampagne, die zum Teil „nur noch zum Haare raufen“ gewesen sei: Der Parteinachwuchs ist beim Deutschlandtag gereizt.
          Die unbekannte Oberschicht, hier mal wieder reduziert auf maßlos überteuerte Handtaschen.

          Soziologie : Unbekanntes Wesen Oberschicht

          Anders als die Gruppe der Niedrigverdiener und die Mittelklasse ist die reiche Oberschicht soziologisch kaum erforscht. Umso trefflicher lässt sich darüber streiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.