https://www.faz.net/-gum-7yh77

Österreich : Lesbisches Paar wird aus Kaffeehaus geworfen

  • Aktualisiert am

Hier soll demonstriert werden: Vor dem Kaffeehaus Prückel in Wien Bild: Picture-Alliance

Erst küssten sich die beiden Frauen, dann mussten sie gehen: Ein lesbisches Paar wurde aus einem Wiener Kaffeehaus geworfen. In den sozialen Netzwerken formiert sich Protest. Die Lokalbetreiberin sieht sich im Recht.

          1 Min.

          Der Rauswurf eines lesbischen Paars aus einem Wiener Kaffeehaus hat in Österreich Aufregung ausgelöst. Die Frauen wurden vergangene Woche aus dem Café Prückel in der Wiener Innenstadt verwiesen, wie am Montag die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Aktionsbündnis Achse kritischer SchülerInnen Wien (AKS) berichtete. In sozialen Netzwerken regte sich nun Protest. Aktivisten kündigten für Freitag eine Kundgebung vor dem Kaffeehaus an. Dabei solle ein klares Zeichen gegen Homophobie gesetzt werden. Am Montagnachmittag hatte die Initiative bereits etwa 4000 Unterstützer.

          Ein Kellner habe das Paar am 6. Januar zunächst abschätzig behandelt, hieß es. Nachdem sich die beiden Frauen bei der Geschäftsführung beschwerten, seien sie aus dem Lokal geworfen worden. „Es war mehr als ein Begrüßungskuss“, zitierte der ORF die Lokalbetreiberin Christl Sedlar. „Zu einem Begrüßungskuss habe ich noch nie etwas gesagt. Aber man muss ja nicht öffentlich so zeigen, dass man zusammengehört.“

          Offenbar kommt es in Österreich öfter zu derartigen Zwischenfällen. Gerd Picher vom Netzwerk To Russia With Love Austria sagte dem ORF: „Es gab im Vorjahr zwischen fünf und sieben ähnlicher Vorfälle in Wiener Kaffeehäusern.“ Dem Sender zufolge gab es im Café Prückel im Jahr 2005 einen ähnlichen Fall. Auch damals wurde ein lesbisches Paar des Kaffeehauses verwiesen, weil es sich umarmt und geküsst hatte. Aus Protest versammelten sich daraufhin homosexuelle Paare im Prückel, um sich zu küssen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein völlig zerstörtes Haus am Ortseingang von Altenahr am 27. Juli 2021

          Offener Brief : Altenahr beschwert sich bitter bei Merkel

          In einem Brief an Kanzlerin Merkel und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer fordern Betroffene eine Perspektive für das Ahrtal. Die bisherigen Hilfen würden nicht ansatzweise ausreichen.
          Alles so schön bunt hier: eine Gasse in Basel. In der Schweizer Stadt fanden im vorigen Jahr Demonstrationen der Black-Lives-Matter-Bewegung statt, die Martin R. Dean ermutigten, über seine Erfahrungen als „nichtweißer“ Autor zu sprechen.

          Was die Sprache verändert : Ade, du weiße Selbstverständlichkeit

          Der Schriftsteller Matthias Politycki hat kürzlich begründet, warum er Deutschland verlassen hat: Politisch korrekte Sprachregelungen mache ihm das Schreiben unmöglich. Ihm antwortet nun ein Freund und Kollege.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.