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Schlemmen auf französisch : Wie ein König in Versailles

Was für ein Genuss: Außenminister Laurent Fabius (Mitte) wirbt für die Küche von Starkoch Alain Ducasse und Geschäftsführerin des Schlosses von Versailles, Catherine Pegard Bild: AFP

Der französische Außenminister Laurent Fabius bittet die ganze Welt zu Tisch - mit einer globalen Aktion wirbt er für die französische Küche.

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          Schlemmen wie ein König in Versailles – mit diesem Versprechen hat der französische Außenminister Laurent Fabius am Donnerstagabend im Schloss des Sonnenkönigs auftischen lassen. Das Menü klang wie eine Liebeserklärung an die französische Küche – und genau das war geplant.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Mit Foie gras und Lachs-Tartar, Seebarschfilet und Milchlamm, Käsespezialitäten und schließlich einem „schwebenden“ Schokoladendessert wollte der Minister seine Gäste davon überzeugen, dass die französische Kochkunst weiterhin Superlative verdient. Das aufwendig restaurierte Schloss Ludwigs XIV. bot dabei den prachtvollen Rahmen für die gastronomische Überzeugungsarbeit, an der sich gleich sechs Spitzenköche beteiligten: Alain Ducasse, Marc Haeberlein, Joel Robuchon, Gérald Passédat, Alain Dutournier und Guy Krenzer.

          Nicht im Spiegelsaal (73 Meter lang), sondern in der größeren Schlachtengalerie (120 Meter lang) war für die 650 Gäste gedeckt worden. 33 Gemälde siegreicher Schlachten von Chlodwig bis zu Napoleon I. erinnern in dem Saal an Glanz und Gloria Frankreichs.

          Einladungen waren an alle in Paris akkreditierten Botschafter ergangen. Aber nicht nur im früheren Machtzentrum der absoluten Monarchie Frankreichs, von Hongkong bis Rio de Janeiro, beteiligten sich 1300 Spitzenköche an der Aktion „Goût de France/Good France“, zu Deutsch wohl am besten mit „dem guten Geschmack Frankreichs“ übersetzt.

          Ein Teller voll französischer Identität

          „Während wir speisen, wird in der ganzen Welt die französische Gastronomie gekostet“, sagte Fabius in seiner Ansprache zum Auftakt des Diners. 85 Prozent der Spitzenköche, die das Menü von „Goût de France/Good France“ anboten, seien Ausländer, freute sich der Außenminister. Das sei ein Beweis, dass die französische Kochkunst weiterhin eine universelle Strahlkraft habe: „Die Gastronomie gehört zur Identität Frankreichs wie das Schloss von Versailles.“

          Das findet auch Alain Ducasse, der es durch sein Kochimperium auf insgesamt 19 Sterne im Michelin-Führer bringt. Ducasse hat den Gemüsegarten der früheren Königin Marie-Antoinette gepachtet sowie die königlichen Treibhäuser und lässt dort Biogemüse anbauen, darunter auch viele seltene Gemüsearten. Ein Teil der vergessenen Knollen aus königlicher Erde landete auch auf dem Teller der Ehrengäste. Die Betreibergesellschaft des Großmarktes Rungis bei Paris hatte 18 Kilogramm Trüffeln und fünf Kilogramm Kaviar gespendet.

          Auch die Weine, der Champagner und die anderen Speisen waren ganz über Sponsoren finanziert worden. „Es gab so viel French-Bashing in den vergangenen Jahren“, sagte der französische Gastronomie-Botschafter Philippe Faure. Diese Kritik werde jetzt hoffentlich verstummen. Im nächsten Jahr soll von neuem ein weltweites Essen à la française zelebriert werden – wieder pünktlich zum Frühlingsanfang.

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