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Lambrechts Lieferung : Solidarität mit Signalhelmen

Allgemein gilt: Gefechtshelme können auch bei offensiven Operationen getragen werden. Bild: Bundeswehr / Anne Weinrich

Die Bundesregierung will ganz deutlich zeigen, dass sie an der Seite der Ukraine steht. Doch hat sie dabei auch alles bedacht? Eine Glosse.

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          Nein, die Prüfung, ob man es Estland erlauben darf, Panzerhaubitzen aus DDR-Beständen den Ukrainern zu überlassen, ist noch nicht abgeschlossen. Denn bei diesen Oldtimern handelt es sich, worauf die SPD abermals hinwies, um Offensivwaffen. Mit ihnen könnten die Ukrainer also Russland überfallen. Und das will Berlin natürlich nicht riskieren, gerade jetzt, da der Normandie-Prozess wieder ins Rollen gekommen ist.

          Noch stärkere Wirkung hätte wohl nur die Gorch Fock

          Wie aber befreit man sich dann von dem Vorwurf, die deutsche Solidarität mit der Ukraine beschränke sich auf das Erklären derselben? Die Bundesregierung hat dafür nun eine Lösung gefunden, die sich mit ihrem Gewissen vereinbaren lässt: die Lieferung von 5000 Helmen. Sie sei ein „ganz deutliches Signal“, dass Deutschland an der Seite der Ukraine stehe, sagte die Verteidigungsministerin. Eine noch stärkere Signalwirkung hätte wohl nur die Entsendung der Gorch Fock ins Schwarze Meer.

          Doch wir alle sollten, wie von Christine Lambrecht empfohlen, in diesen Fragen einen kühlen Kopf bewahren. Ein Stahlhelm kann, entgegen seinem Ruf, dabei helfen, wie jeder weiß, der schon einmal eine solche Kopfbedeckung im Winter tragen musste. Hat die Ampelkoalition aber bedacht, dass der Kopfschutz auch bei offensiven Operationen zum Einsatz kommen könnte? Ganz, ganz deutlich wäre das Signal an Kiew (und Moskau) wohl erst, wenn die Stahlhelme vor der Auslieferung blau lackiert werden würden.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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