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Teppich aus toten Tieren : Größte Lagune in Spanien steht vor Ökokollaps

Massensterben: Im Oktober waren die Strände des Mar Menor in Spanien mit toten Meerestieren überzogen. Bild: dpa

Intensive Landwirtschaft bedroht die Lagune Mar Menor in Spanien: 80 Prozent der tieferen Schichten sind bereits tot, sagen die Fachleute. Die Anwohner wollen tätig werden, aber die Politik zieht nicht mit.

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          Angel Monedero wohnt in Mar de Cristal. Von seinem Reihenhaus in dem Ort, dessen Name sich mit „Kristallmeer“ übersetzen lässt, ist es nicht weit zum Sandstrand. „Als wir hierher zogen, war es ein kleines Paradies, früher war das Wasser kristallklar und tiefblau“, sagt der 61 Jahre alte pensionierte Berufssoldat. „Nun gehe ich schon seit Jahren nicht mehr baden.“ Schokoladenbraun schimmern an diesem Novembertag die trägen Wellen des Mar Menor, des „Kleineren Meers“, wie die größte Salzwasserlagune im westlichen Mittelmeer auf Deutsch heißt. Ein schmaler sandiger Landstreifen trennt in der spanischen Provinz Murcia das einzigartige Ökosystem von der offenen See.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Im Oktober spielten sich dort apokalyptische Szenen ab: Barsche, Goldbrassen, Seezungen tauchten plötzlich aus dem Wasser auf, versuchten sich an das Ufer zu retten und verendeten dort. Krebse kletterten aus den Tiefen auf die Felsen, schnappten nach Luft und verendeten ebenfalls. An den Stränden im Norden bildete sich ein Teppich aus toten Meerestieren. „Das Mar Menor sagte: Jetzt reicht es“, verdeutlicht Ángel Monedero. Als Mitglied der Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción kämpft er für das Binnenmeer vor seiner Haustür, das todkrank ist.

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