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Lage der Straßen prekär : Niederlande stehen im Rekordstau

Die Lage auf den Straßen in den Niederlanden ist prekär (Symbolbild). Bild: dpa

Die Niederlande sind das am dichtesten bevölkerte Land der EU, der Stress auf den Straßen nimmt zu. Am Dienstagmorgen wurde nun ein Rekord geknackt.

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          Wer morgens in den Niederlanden zur Arbeit fährt, hört in den Verkehrsmeldungen nicht nur, wo Staus drohen. Der Hörfunk liefert auch die Gesamtbilanz im Land: Der Automobilclub ANWB errechnet, auf wie vielen Kilometern die Fahrzeuge in Summe stillstehen.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Dienstag gab es einen neuen Rekord: 1136 Kilometer zur morgendlichen Hauptverkehrszeit, um 8.35 Uhr. Regen und Unfälle spielten eine Rolle – vornehmlich allerdings ein Sonderfaktor: ein Bauernprotest, bei dem viele Landwirte mit Traktoren nach Den Haag reisten. Sie sind unzufrieden, weil sie nach ihrer Meinung von der Öffentlichkeit einseitig für Umweltprobleme verantwortlich gemacht werden.

          Auch wenn die vielen Trecker zum Staurekord verhalfen: Die Lage auf den Straßen ist auch sonst prekär. Die Niederlande sind das am dichtesten bevölkerte Land der EU, abgesehen vom kleinen Inselstaat Malta. In puncto Einwohnerzahl und Landfläche (etwa ein Fünftel der Gesamtoberfläche sind Wasser) entsprechen sie etwa dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Immer mehr Autos drängen sich auf den Straßen: Seit 1990 ist die Zahl der Personenwagen laut Statistikbehörde CBS um zwei Drittel auf 8,5 Millionen gestiegen.

          Größtes Problem in der Randstad

          So nimmt auch der Stress auf den Straßen zu, das spiegelt sich in der vom ANWB berechneten „Stauschwere“: Länge multipliziert mit der Dauer der Staus auf Autobahnen und großen Landstraßen. Im ersten Halbjahr 2019 stieg sie um fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Zwar konzentriert sich das Problem besonders augenfällig in der Randstad, dem Ballungsgebiet zwischen Amsterdam, Utrecht, Den Haag und Rotterdam. Aber zuletzt nahm die Stauschwere auch in der östlichen Provinz Gelderland mit den Städten Arnhem, Nijmegen und Apeldoorn und im Süden der Niederlande stark zu.

          Wer weniger dramatische Daten will, bekommt die von der obersten Verkehrsbehörde des Landes – wegen anderer Stau-Definitionen und Messmethoden. Die ANWB-Zahlen liegen aber zum Beispiel den Verkehrsnachrichten im wichtigsten Informationssender Radio 1 zugrunde. Und diese Zahlen waren schon mal dramatischer: Im Abendverkehr haben die Staus schon höhere Werte erreicht. Extremer Ausreißer: 2287 Kilometer am 22. Januar dieses Jahres, wegen Schnee und Glätte.

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